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Hans Rudolf Wöhrl : Früherer Modeunternehmer gibt Gebot für Air Berlin ab

  • Aktualisiert am

Vom Modezar zum Luftfahrtinvestor: Hans Rudolf Wöhrl Bild: Helmut Fricke

Einst gehörte ihm die Nürnberger Modekette Wöhrl – dann widmete sich Hans Rudolf Wöhrl der Fliegerei. Nun will er Air Berlin haben. Kann das funktionieren?

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          Der Nürnberger Unternehmer Hans Rudolf Wöhrl will die insolvente Fluggesellschaft Air Berlin übernehmen. Über eine Münchner Kanzlei gab seine Vermögensverwaltung Intro-Verwaltungs GmbH ein formelles Angebot ab. Ziel der Offerte sei es, die Air Berlin Gruppe als Ganzes zu erhalten und als unabhängige Airline fortzuführen, teilte Wöhrls Unternehmen am Freitag mit. Für sein Vorhaben habe er Rückendeckung von weiteren „Partnern mit hoher Fachkompetenz“ sowie Finanzinvestoren.

          Diese Gruppe habe schon seit Jahren Interesse an einer Beteiligung an Air Berlin signalisiert, sei jedoch nicht zu Sondierungsgesprächen eingeladen worden. Vom Insolvenzantrag der Airline habe man erst aus den Medien erfahren.

          Geringe Aussicht auf Erfolg

          Die Erfolgsaussichten von Wöhrl und seinen Mitstreitern gelten allerdings nicht als besonders groß. Zu weit fortgeschritten sind schon die Verhandlungen mit der Lufthansa. Fachleute sind auch der Meinung, dass es kein Interesse daran gebe, Air Berlin an ein Geflecht aus zahlreichen Investoren zu geben.

          Wöhrls Gesellschaft zweifelte derweil Aussagen der Bundesregierung und der Leitung von Air Berlin an, wonach der Rückzug des Großaktionärs Etihad überraschend gekommen sei und im Interesse der Passagiere kurzfristig eine Bürgschaft des Bundes über 150 Millionen Euro gegeben werden müsse. Vielmehr deute manches darauf hin, dass von langer Hand eine einseitige Strategie zugunsten der Lufthansa entwickelt worden sei, kritisierte Wöhrls Unternehmen.

          Vom Textilunternehmer zur Fliegerei

          Wöhrl ist vor allem bekannt durch die gleichnamige Modekette aus Nürnberg; von dort hatte er sich aber schon vor Jahren verabschiedet und sich seiner Leidenschaft, der Fliegerei gewidmet (Wöhrl ist selbst Hobbypilot). Die Modekette rutschte im vergangenen Jahr in die Insolvenz.

          In der Fliegerei hatte Wöhrl schon 1974 die regionale Linie Nürnberger Flugdienst gegründet, die nach mehreren Verschmelzungen heute zur Lufthansa gehört. Wöhrl ist dort längst ausgestiegen. Auch bei der Pleite-Airline Saarland Airlines hatte Wöhrl einst mitgemischt. Über seine Beteiligungsgesellschaft namens „Intro“ kaufte er 2003 die DBA für einen symbolischen Euro. Und Air-Berlin-Gründer Joachim Hunold wiederum kaufte ihm im Jahr 2006 die DBA ab. Auch die angeschlagenen Fluglinie LTU hatte sich Wöhrl im Jahr 2006 einverleibt - und 2007 weiterverkauft – ebenfalls an Air Berlin.

          Prominent ist nicht nur Wöhrl selbst, sondern auch seine Ehefrau: Seit 1984 ist Hans-Rudolf Wöhrl in zweiter Ehe mit Dagmar Wöhrl verheiratet, die früher für die CSU parlamentarische Staatssekretärin war - und einst auch einmal Miss Germany.

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