https://www.faz.net/-gqe-94cb4

Fluggesellschaft : Lufthansa bessert im Ringen um Air Berlin in Brüssel nach

  • Aktualisiert am

210 Millionen Euro soll die Lufthansa für Niki und die LG Walter zahlen. Eigentlich. Bild: dpa

Die EU-Kommission sieht eine Übernahme der Fluggesellschaft Niki durch die Lufthansa skeptisch. Jetzt zeigt sich die Lufthansa kompromissbereit. Ob ihr neues Angebot in Brüssel auf offene Ohren stößt, ist aber völlig offen.

          Die EU-Kommission verlängert die Prüfung des Air-Berlin-Deals der Lufthansa bis kurz vor Weihnachten. Die Brüsseler Behörde werde bis zum 21. Dezember entscheiden, ob die Übernahme von Teilen der insolventen Air Berlin durch den deutschen Branchenprimus gegen das Wettbewerbsrecht verstößt, teilte die EU-Kommission am Freitag mit. Grund für die Verlängerung sei, dass Lufthansa am Donnerstag Zugeständnisse eingereicht habe. Details nannte die EU nicht.

          Lufthansa will offenbar Vorschläge einreichen, um kartellrechtliche Zweifel auszuräumen. Dabei geht es etwa um den Verzicht auf Start- und Landerechte- sogenannte „Slots“ - der Air-Berlin-Tochtergesellschaften Niki und LG Walter (LGW). Zuletzt war bekanntgeworden, dass die EU vor allem die Übernahme von Niki skeptisch beurteilt.

          Die Lufthansa hatte im Oktober von Air Berlin den Zuschlag für die Tochtergesellschaften Niki und LGW für rund 210 Millionen Euro bekommen. Die Brüsseler Wettbewerbshüter können ihre Prüfung in schwierigen Fällen auf 90 Werktage verlängern. Falls die EU-Kommission so eine vertiefte Prüfung plant, würde die Lufthansa wohl die aktuelle Zwischenfinanzierung von Niki einstellen. Dann wäre Niki wahrscheinlich ebenfalls pleite und der Flugbetrieb müsste eingestellt werden.

          Die EU-Wettbewerbshüter sind für Zusammenschlüsse von Unternehmen zuständig, wenn der Umsatz aller Beteiligten zusammen mindestens fünf Milliarden Euro beträgt. Sie müssen unter anderem prüfen, ob durch die Übernahme in diesem Fall eine Monopolstellung der Lufthansa und möglicherweise schlechtere Bedingungen für Flugreisende entstehen könnten.

          Nach Thomas Cook hat nach Informationen der "Bild am Sonntag" auch der britisch-spanische IAG-Konzern (British Airways, Iberia) abermals sein Interesse an der einst vom Rennfahrer Niki Lauda gegründeten Gesellschaft Niki bekundet. Die beiden Unternehmen waren im deutschen Insolvenzverfahren um Air Berlin mit ihren Angeboten nicht durchgedrungen.

          Weitere Themen

          Als die Grenze fiel Video-Seite öffnen

          August 1989 : Als die Grenze fiel

          Die Welt hat lange stillgestanden an der ungarisch-österreichischen Grenze. Bis zum 19. August 1989. Dann, vor 30 Jahren, platzte zwischen Fertörákos und Mörbisch eine Nahtstelle des Eisernen Vorhangs – mit weitreichenden Folgen für die Region und ganz Europa.

          Topmeldungen

          Jeder hat sein Kreuz zu tragen: Matteo Salvini am Strand auf Sizilien.

          Italienische Regierung : Ohne den Segen des Papstes

          Italiens Innenminister Salvini gibt sich gerne als gläubiger Christ. Damit hat er den Zorn Franziskus’ auf sich gezogen – und am Ende auch den des scheidenden Ministerpräsidenten Conte.

          An Scholz’ Seite : Manchmal liegt das Glück ganz nah

          Das Rennen um den SPD-Vorsitz geht weiter: Wofür die Kandidatin an Scholz’ Seite steht – und wieso der erfolgsverwöhnte Niedersachse Stephan Weil plötzlich beschädigt ist.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.