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Marktführer Aeroxon : Sie haben den Fliegenfänger erfunden

  • -Aktualisiert am

Die Fliege soll die Fliege machen: Geschäftsführer Thomas Updike und seine Schwester Alice Pfau (links) Bild: Niels Starnick/BamS

Nicht schön ist der Fliegenfänger, aber wirkungsvoll. Ihn hat das Unternehmen aus Baden-Württemberg im Jahr 1911 entwickelt. Seine Produkte findet man in vielen deutschen Haushalten.

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          In Deutschland herrscht schon seit langem ein Klima der Angst – die Angst vor Musca domestica. Dieses rund 8 Millimeter kleine Tierchen machte schon Hausfrauen im Mittelalter das Leben schwer. Da der schwarz gefärbte Feind seine Eier gerne in Kadavern und anderen Exkrementen ablegt, kommt es nicht selten vor, dass Krankheitserreger an ihm haften bleiben, die er auf Nahrungsmittel überträgt.

          So besteht durchaus die Möglichkeit, dass sich Infektionskrankheiten wie Salmonellen ausbreiten. Es ist daher empfehlenswert, Lebensmittel nicht offen herumstehen zu lassen. Nach Angaben des Umweltbundesamts kann man mit Hilfe von Fliegenklatschen und Leimfängern die Stubenfliege wirksam bekämpfen.

          „Speziell der Fliegenfänger benötigt für seine Einzelteile eine spezialisierte Produktion mit vielen Einzelproduktionsschritten“, erklärt Thomas Nürk, Leiter der Marketingabteilung der Aeroxon Insect Control GmbH aus Waiblingen in Baden-Württemberg. Nürk verweist auf die genau vorgegebenen Spezifikationen der Rohstoffe für die Leimherstellung. Nach Angaben des Marktforschungsunternehmens Nielsen war Aeroxon mit einem Anteil von 28,4 Prozent 2019 führend auf dem Markt für Haushaltsinsektizide.

          30 Mittel gegen Schädlinge

          1911 fing es mit dem Gründungsprodukt „Fliegenfänger am Band“ an. Inzwischen umfasst das Sortiment der ältesten deutschen Insektizidmarke mehr als dreißig Schädlingsbekämpfungsmittel. Das Unternehmen bezeichnet sich als der auf der Welt führende Hersteller von Fliegenfängern.

          Man beschäftigt rund 180 Mitarbeiter. Aeroxon besitzt ein zweites Werk in Klatovy in Tschechien. „Dazu kommt eine Vertriebsniederlassung in Bregenz in Österreich“, sagt Nürk. Die Ausfuhrquote beträgt 24 Prozent. Man exportiert unter anderem in die Schweiz und die Benelux-Länder sowie nach Großbritannien, Russland und Kanada.

          Der Konditor Theodor Kaiser hat 1909 den „Fliegenfänger am Band“ in seiner Backstube entwickelt. „Um die Fliegen zu fangen, experimentierte er anfangs mit Zuckersirup und Melasse, die er auf Papier aufstrich“, erklärt Alice Pfau, Urenkelin von Theodor Kaiser und im Unternehmen zuständig für das historische Firmenarchiv.

          Einbruch nach dem Zweiten Weltkrieg

          Das Produkt verkaufte sich schon in den zwanziger und dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts gut. „Damals sind Maschinen entwickelt worden, die es ermöglicht haben, den Fliegenfänger deutlich schneller, effizienter und auch besser herzustellen“, sagt Nürk. So habe der Automatisierungsprozess dem Unternehmen einen Wettbewerbsvorteil verschafft. Schon 1926 wurden etwa 38 Millionen Fliegenfänger exportiert.

          „Der Fliegenfänger ist unser Gründungsartikel, und er hat auch heute noch eine gewisse Bedeutung“, berichtet Nürk. Die Umsätze mit den Fliegenfängern seien nach dem Zweiten Weltkrieg eingebrochen. Ursache war die Verbreitung des Insektizids DDT. Das Unternehmen lehnt den Einsatz hochgiftiger Chemikalien seit jeher ab.

          „Einziges verfügbares Insektizid zu Beginn des 20. Jahrhunderts war Pyrethrum. Da es aber giftig war, kam ein Einsatz für Theodor Kaiser nicht in Frage“, sagt Pfau. Trotz negativer wirtschaftlicher Entwicklung baute Aeroxon im Laufe der Zeit ein umfangreiches Sortiment mit Produkten gegen Insekten auf. Seit 2002 wird das Unternehmen in vierter Generation von Thomas Updike geführt.

          Preiswerte Fliegenklatsche

          Harze und Gummi sind wichtige Bestandteile von Fliegenfängerleim. „Es sind alles spezialisierte Rohstoffe, die in einer gleichbleibenden Qualität eingesetzt werden müssen, weil der Leim immer die gleichen Eigenschaften aufweisen soll“, erklärt Nürk. Dabei sei die Herstellung von Biozidprodukten auf EU-Ebene genau festgelegt. „Mit der Biozidprodukte-Verordnung werden die Bereitstellung auf dem Markt und die Verwendung von Biozidprodukten europaweit einheitlich festgelegt“, sagt Evelyn Roßkamp vom Verband der Chemischen Industrie in Deutschland.

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