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Ärgernis Verspätungen : Fluggäste wollen früher entschädigt werden

Warten mag keiner, am Flughafen erst recht nicht. Bild: dpa

Unter Reisenden dominiert die Sicht, dass Fluggesellschaften finanziell stärker in die Pflicht genommen werden müssen. Die Hälfte will Geld nach maximal einer Stunde Verspätung.

          Die Erinnerungen an das Flugchaos 2018 mit Verspätungen und Ausfällen sitzen bei Passagieren tief. Die Hälfte der Deutschen ist wohl deshalb der Ansicht, dass Fluggesellschaften bis heute keine geeigneten Maßnahmen ergriffen haben, um solche Situationen in Zukunft zu vermeiden. Das ergab eine Umfrage der Meinungsforscher von Yougov unter 2078 Personen im Auftrag des Fluggastentschädigers EU-Flight und des Versicherers BD24, einer Tochtergesellschaft der Hanse-Merkur. Eine Rolle dürfte spielen, dass Flugreisende weiterhin regelmäßig mit Verspätungen konfrontiert sind.

          Timo Kotowski

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Zwar hatte die Deutsche Flugsicherung jüngst berichtet, dass die durchschnittliche Verspätung je Flug in der ersten Jahreshälfte gesunken ist. Das wurde als Beleg gewertet, dass die vielen Notmaßnahmen von Flugsicherung, Flughäfen und Fluggesellschaften eine Wirkung hätten. Allerdings betrug die mittlere Verspätung jedes Flugs weiterhin 12,1 Minuten nach 14 Minuten im Vorjahreszeitraum.

          Fluggastrechte sollen reformiert werden

          Im Juli, traditionell wegen der Urlaubszeit einer der verkehrsreichsten Monate, hoben nach Zahlen des Flugdatenauswerters Flightstats in Frankfurt nur 61 Prozent der Flüge weniger als 15 Minuten verzögert ab, in München waren es mit 67,5 Prozent kaum mehr. Die Erfahrungen haben nach Angaben der Befragten Folgen. Jeder zehnte gab an, künftig sicher auf die Wahl einer Fluggesellschaft zu verzichten, wenn man von einer Verspätung, Annullierung oder Nichtbeförderung betroffen gewesen sei.

          Unter Reisenden dominiert die Sicht, dass Fluggesellschaften finanziell stärker in die Pflicht genommen werden müssen. „Viele Fluggäste empfinden es als ungerecht, einen Ausgleichsanspruch erst ab drei Stunden Verspätung und auch nur dann zu haben, wenn keine außergewöhnlichen Umstände vorliegen“, sagte EU-Flight-Geschäftsführer Lars Watermann.

          In der Umfrage wünschten sich 81 Prozent, nach weniger als drei Stunden eine Entschädigung zu bekommen, die gemäß EU-Regeln je nach Streckenlänge 250 bis 600 Euro beträgt. 48 Prozent wollen nach spätestens einer Stunde einen Ausgleich, 12 Prozent nach 30 Minuten. Dass Unwetterfolgen und Notarzteinsätze zu Ansprüchen führen sollen, forderte mit 40 Prozent nur eine – wenn auch große – Minderheit. Die EU will die Fluggastrechte reformieren, Airlines hätten dafür plädiert, die Entschädigungsschwelle von drei auf fünf Stunden anzuheben.

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