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Ärger um Tesla-Fabrik : Grüne Gratwanderung in Grünheide

  • -Aktualisiert am

Dagegen: Rund 150 Menschen protestierten am Wochenende gegen das Bauvorhaben. Bild: Christian-Ditsch.de

Wie viel Kritik an Umweltverbänden ist erlaubt? Die Grünen scheuen im Streit um die Tesla-Fabrik eine klare Kante.

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          Zumindest die Fledermäuse spüren den Klimawandel noch nicht. Ungeachtet der fast schon frühlingshaften Temperaturen halten sie noch Winterschlaf auf dem Areal, auf dem der amerikanische Autohersteller Tesla vom kommenden Jahr an Elektroautos bauen will. Zwei Bäume bleiben deshalb erst mal stehen, bis die Tiere aufgewacht sind. Drumherum aber hat Tesla nahezu alle Bäume für den ersten Bauabschnitt gerodet, nachdem Ende vergangener Woche das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg die Einwände zweier Umweltverbände abgewiesen hatte.

          Julia Löhr

          Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.

          Vor allem Wirtschaftsverbände und Politiker der CDU haben keinen Hehl daraus gemacht, wie überflüssig sie die Klagen der Grünen Liga Brandenburg und des Vereins für Landschaftspflege und Artenschutz in Bayern fanden. Nicht ganz so eindeutig fällt dagegen das Urteil in den Reihen der Grünen aus. Vergangene Woche preschte zwar der Vizechef der Bundestagsfraktion Oliver Krischer vor. „Eine Kiefernholzplantage zum Kampffeld zu machen, ist absurd“, sagte er. Kurz darauf legte Fraktionschef Anton Hofreiter nach: „In einem Rechtsstaat ist es legitim zu klagen. Wie nötig das ist, ist eine andere Frage“, sagte er im „Spiegel“, und weiter: „Dass kleinste regionale Vereinigungen bundesweit mit Klagen blockieren können, ist absurd.“

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