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Deutlich mehr Gewinn : Glänzende Zahlen bei Adidas

  • Aktualisiert am

Adidas ist die „Marke mit den Streifen“. Bild: AFP

Adidas überrascht mit einem deutlichen Gewinnanstieg und hebt sogleich die Prognose für 2018 – trotz kleiner Schwächen in Westeuropa. Das Wetter lässt Chef Rorsted hier aber nicht als Ausrede gelten.

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          Dank boomender Geschäfte in Amerika und China soll der Gewinn bei Adidas in diesem Jahr noch stärker steigen als bisher gedacht. Der weltweit zweitgrößte Sportartikelkonzern schraubte seine Prognose am Mittwoch auf bis zu 1,72 Milliarden Euro nach oben, das ist ein Zuwachs um 16 bis 20 Prozent. Bisher hatte das Unternehmen aus Herzogenaurach maximal 1,68 Milliarden Euro in Aussicht gestellt.

          Nach neun Monaten stehen schon vor dem Weihnachtsgeschäft 1,62 Milliarden Gewinn aus dem fortgeführten Geschäft zu Buche, 19 Prozent mehr als vor einem Jahr. Der Umsatz werde dagegen – Währungseffekte herausgerechnet – nur um acht bis neun Prozent zulegen. Bisher hatte Adidas mit zehn Prozent gerechnet. Grund dafür ist das stotternde Geschäft in Westeuropa, wo der Umsatz im dritten Quartal um ein Prozent zurückging.

          Adidas-Chef Kasper Rorsted hat hausgemachte Fehler im schwächelnden Westeuropa-Geschäft eingeräumt. „Wir sind nicht nah genug am Verbraucher gewesen“, sagte er am Mittwoch in einer Telefonkonferenz mit Journalisten. Adidas habe sich zu sehr auf seine klassische „Originals“-Produktserie verlassen und nicht schnell genug auf Markttrends reagiert. Als Konsequenz würden nun die Strukturen im Europa-Vertrieb vereinfacht. Zudem sei Adidas angesichts der starken Konkurrenz zu teuer gewesen. „Wir haben die Preise bei einigen Produkten zu optimistisch gesetzt“, sagte Finanzvorstand Harm Ohlmeyer.

          Reebok weiterhin Sorgenkind

          Mit einem Umsatzminus von einem Prozent war das Geschäft in Westeuropa im dritten Quartal enttäuschend verlaufen. Den heißen Sommer in weiten Teilen Europas will Rorsted nicht als Ausrede gelten lassen: „Das Wetter ist in keiner Branche relevant – außer vielleicht in der Eiscreme-Industrie.“ Für das Gesamtjahr hatte Adidas in der Heimatregion ursprünglich mit einem Plus von fünf Prozent gerechnet, inzwischen sei eine stagnierende Entwicklung wahrscheinlicher.

          Weltweit verbuchte Adidas währungsbereinigt ein Umsatzplus von acht Prozent auf 5,87 Milliarden Euro, das aber leicht unter den Erwartungen der Analysten lag. „Die Umsatzsteigerung ist auf zweistellige Zuwächse in unseren strategischen Fokusbereichen Nordamerika, China und E-Commerce zurückzuführen“, erläuterte Vorstandschef Kasper Rorsted. Dort sind die Margen zum Teil deutlich höher als auf dem umkämpften europäischen Markt.

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          In China legten die Umsätze im dritten Quartal um 26 Prozent zu, in Nordamerika um 16 Prozent. Der Direktverkauf über das Internet schnellte sogar um 76 Prozent nach oben. In Euro gerechnet lag der Umsatz drei Prozent über Vorjahr.

          Der Quartalsgewinn übertraf mit 656 Millionen Euro – ein Plus von 19 Prozent – die Erwartungen der Analysten. Die Rendite habe sich stark verbessert, obwohl Adidas deutlich mehr Geld für Marketing ausgegeben habe, sagte Rorsted. Die Bruttomarge lag im dritten Quartal bei 51,8 (Vorjahr: 50,4) Prozent, im Gesamtjahr soll sie bei bis zu 51,4 (50,4) Prozent liegen. Die Adidas-Aktie legte vorbörslich 1,9 Prozent zu.

          Sorgenkind von Adidas bleibt die Marke Reebok, die weiter hinter dem Vorjahr herhinkt. Im dritten Quartal ging ihr Umsatz um fünf Prozent zurück. Zuwächse bei den Retro-Modellen konnten die Rückgänge im Trainings- und Laufsegment nicht wettmachen. Die Marke Adidas legte dagegen um zehn
          Prozent zu.

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