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Hohe Kosten : Adidas hat Probleme: Russland und die Fußball-WM

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Hier küsst Mario Götze nach dem Finale den Pokal - das frische Weltmeister-Trikot hat er schon angezogen. Bild: dpa

Katerstimmung bei Adidas: Der Jubel nach der Fußball-WM ist rasch verflogen. Denn sie war für den Sportartikelhersteller sehr teuer. Außerdem gibt es Probleme in Russland und das Golf-Geschäft schwächelt.

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          Adidas zieht angesichts wachsender Probleme in Russland und größerer Schwierigkeiten im Golf-Geschäft die Notbremse. Kurz nach dem Ende der erfolgreichen Fußball-Weltmeisterschaft muss der Sportartikelhersteller nicht nur seine Gewinnprognose für das laufende Jahr drastisch nach unten korrigieren. Die Franken verordnen auch der Golf-Sparte einen Umbau. Geplante Geschäftseröffnungen in Russland vertagt der Dax-Konzern. Die Börse reagierte geschockt, der Aktienkurs brach am Donnerstag zeitweise um mehr als 12 Prozent ein.

          Konzernchef Herbert Hainer sagte, die bisherigen Umbauten zeigten bereits beachtliche Erfolge. Zugleich räumte der Manager aber Fehler ein. „Dennoch ist uns klar, dass die Umsetzung nicht immer unseren hohen Standards entsprochen hat und dass wir nicht flexibel genug waren, um in einem ungünstigen Marktumfeld entsprechend reagieren zu können“, sagte Hainer laut einer Mitteilung. Mit weiteren Maßnahmen wolle er den Konzern wieder auf Angriff trimmen. Einzelheiten sollen  kommende Woche bei der offiziellen Zahlenvorlage erläutert werden.

          Dabei lief es für die Marken Adidas und Reebok im zweiten Quartal deutlich besser als vor einem Jahr, beide legten beim Umsatz um 14 und 9 Prozent zu. „Der Umsatz von TaylorMade-adidas Golf hingegen ging um 18 Prozent zurück“, wie der Konzern mitteilte. Außerdem drückten Währungseffekte und hohe Marketingausgaben für die Fußball-WM auf die Bilanz. Das alles zusammen habe „das sonst sehr positive zugrundeliegende Wachstum von Adidas und Reebok in den meisten wichtigen Kategorien und Märkten“ aufgehoben. Zwischen April und Juni stieg der Umsatz konzernweit nur um 2 Prozent auf knapp 3,5 Milliarden Euro - ohne die Belastungen aus dem starken Euro wären die Erlöse um zehn Prozent gewachsen. Der Gewinn knickte im zweiten Quartal um 16 Prozent auf 144 Millionen Euro ein. Auch für die zweite Jahreshälfte sind die Franken nun pessimistischer.

          Wegen des sich weiter zuspitzenden Konflikts des Westens mit Russland in der Ukraine-Krise und der Probleme in der Golf-Sparte rechnet Adidas nur noch mit einem Gewinn von 650 Millionen Euro - ein Fünftel weniger als bisher geplant. Bislang hatte der Nike-Konkurrent einen unterm Strich stabilen bis steigenden Ertrag angekündigt. Auch beim Umsatzziel ruderte der Vorstand jetzt zurück. Kopfschmerzen bereitet dem Management die Lage in Russland. Dort wachse das Risiko. Neben der Schwäche des Rubels sinke auch die Stimmung der Verbraucher. Die Eröffnung neuer Läden schiebt der Konzern hinaus, geplante Schließungen sollen vorgezogen werden. „Die steigende Markendynamik sowohl bei Adidas als auch bei Reebok infolge lokaler Marketinginvestitionen und verbesserter Prozesse stimmen das Management jedoch nach wie vor sehr zuversichtlich“, hieß es.

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