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Adidas-Chef Herbert Hainer : „Bayern verkauft mehr Trikots als alle anderen zusammen“

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Adidas-Chef Herbert Hainer steht eine turbulente Hauptversammlung bevor am kommenden Donnerstag. Bild: AFP

Der Sportartikelhersteller Adidas hat gerade einen wichtigen Vertrag mit Fußball-Rekordmeister Bayern München verlängert. Sein Chef erklärt in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, warum das richtig ist. Und wieso er nächste Woche viel Kritik einstecken wird.

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          Adidas-Chef Herbert Hainer sieht seinen Konzern nach einem miesen Jahr zurück in der Erfolgsspur. „Wir sind jetzt wieder richtig in Schwung“, sagte der Manager gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Kritik und Rücktrittsforderungen hätten ihn getroffen, gab Hainer zu: „Ich habe gedacht: Es kann doch nicht sein, dass alles, was zwölf Jahre lang richtig war, plötzlich falsch ist.“ Aber dann habe er sich der Kritik gestellt und versucht, daraus zu lernen - „wie ein Athlet,  der mal nicht in Form ist. Der geht dann ins Trainingslager, und kommt stärker zurück. So haben wir es gemacht.“

          In dieses Jahr 2015 sei der Sportartikelhersteller mit seinen Marken „Adidas und Reebok hervorragend gestartet“, betonte Hainer. Die Zahlen zum ersten Quartal würden das beweisen. Am kommenden Donnerstag treffen sich die Adidas-Aktionäre zur Hauptversammlung. Hainer rechnet damit, dass er dort hart angegangen wird: „Die Kritik am Ergebnis für 2014 ist gerechtfertigt. Ich bin aber überzeugt, dass die Aktionäre honorieren werden, wie wir den Konzern gedreht haben“, sagte er und verweist auf die Börsenentwicklung der jüngeren Vergangenheit:  „Seit Jahresbeginn hat die Aktie 30 Prozent zugelegt.“

          Zugleich verteidigte er den gerade verlängerten teuren Vertrag dem dem deutschen Fußball-Rekordmeister FC Bayern München, den er bis zum Jahr 2030 an Adidas bindet. „Jeder Wettbewerber würde sich die Finger lecken nach den Mannschaften in unserem Portfolio“, sagte Hainer: „Der FC Bayern ist in Deutschland der wertvollste Verein, er verkauft jedes Saison über eine Million Trikots, mehr als der Rest aller deutschen Bundesligisten zusammen.“

          In dieser Woche war bekannt geworden, dass der FC Bayern den Ausrüster-Vertrag mit Adidas vorzeitig um zehn Jahre verlängert. Bislang erhalten die Bayerm angeblich 25 Millionen Euro je Saison von Adidas. Diese Summe dürfte sich nach Informationen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung ab dem Jahr 2020 mindestens verdoppeln und eher in einer Größenordnung zwischen 60 bis 70 Millionen Euro im Jahr liegen. Verein und Sponsor wollten sich über die Höhe des Vertrages nicht äußern: „Vertragssummen werden bei Adidas grundsätzlich nicht öffentlich diskutiert“, hieß es aus dem Unternehmen.

          Adidas ist wie die weiteren Bayern-Sponsoren Audi und Allianz mit 8,33 Prozent auch an der Bayern-AG beteiligt. „Wir werden uns in Zukunft noch stärker auf Partnerschaften mit ausgewählten Top-Vereinen und -Verbänden im internationalen Fußball sowie mit jungen, aufstrebenden Spielern konzentrieren“, sagte ein Adidas-Sprecher. Im vergangenen Jahr hatte Adidas mit einem neuen Ausrüstervertrag bei Manchester United für Furore gesorgt. Danach erhält der englische Verein von der kommenden Saison an umgerechnet fast 100 Millionen Euro von Adidas.

          Das komplette Interview mit dem Adidas-Vorstandsvorsitzenden Herbert Hainer lesen Sie in der aktuellen Ausgabe der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

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