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Ungewöhnliche Kunden : Eine Schreinerei möbelt die EZB wieder auf

  • -Aktualisiert am

Für die lichtdurchlässige Kuppel des Louvre in Abu Dhabi hat Ackermann ein Lichtmodell gefertigt. Bild: dpa

Ackermann ist ein Schreinerbetrieb mit spektakulärer Kundschaft. Man fertigt für die Europäische Zentralbank, die Elbphilharmonie, bekannte Künstler und Museen.

          Wiesenbronn in Unterfranken, eine Gemeinde mit knapp 1000 Einwohnern am Fuße des Schwanbergs. Die Zeit scheint stehengeblieben zu sein: Gemütliche Einfamilienhäuser und kleine Handwerksbetriebe prägen das Dorfbild. Bewegt man sich jedoch nur einige Meter in Richtung des Ortsausgangs, so verfliegt dieses Idyll: moderne Gebäude, innovative Architektur, große Produktions- und Lagerhallen und ein leises, aber deutlich wahrnehmbares Geräusch, das auf die Arbeit von CNC-Maschinen hinweist.

          Hier hat die Georg Ackermann GmbH ihren Sitz, ein Unternehmen, das sich auf schwierige und ungewöhnliche Projekte spezialisiert hat. „Wir sehen uns nach wie vor als einen Schreinereibetrieb“, sagt Geschäftsführer Frank Ackermann, der das Familienunternehmen seit 1992 in dritter Generation mit seiner Frau Andrea leitet.

          „Die Herstellung von Möbeln gehört genauso zu unserem Aufgabenspektrum wie die Produktion komplexer Sonderformteile.“ Man bearbeite jedes Jahr rund 3000 sehr unterschiedliche Aufträge. Schwerpunkte sind der Messe- und Innenausbau, die Produktentwicklung und die Architektur von Kunstobjekten. So war man für die Autohersteller Audi und Porsche schon im Messebau tätig.

          Gerhard Richters Atelier

          Der deutsche Künstler Gerhard Richter, dessen Werke zu den begehrtesten auf dem internationalen Kunstmarkt gehören, ist ebenfalls Teil des Kundenstamms. Man hat sein Atelier mit Schränken, Regalen und Türen bestückt und schon das ein oder andere Teil für eines seiner Kunstwerke hergestellt.

          „Unsere Erfahrungen mit großen Projekten und die Zusammenarbeit mit bedeutenden Künstlern und Architekten hat uns zu einem guten Ruf in der Branche verholfen; oft werden wir von unseren Auftraggebern an neue Kunden weiterempfohlen“, sagt Ackermann.

          So war es auch bei einem der größten Projekte des Unternehmens, dem Bau eines Akustikmodells der Elbphilharmonie in Hamburg nach Vorgaben des Akustikingenieurs Yasuhisa Toyota, nach dessen Vorbild der weltberühmte Konzertsaal entstand.

          Ein Modell für die Elbphilharmonie

          „Anfang 2006 war das japanische Büro Nagata Acoustics gerade in der Endphase der Planung für den Entwurf des fertigen Gebäudes und suchte nach einem Unternehmen, das ein Modell im Maßstab eins zu zehn herstellten konnte, um so die akustischen Verhältnisse zu überprüfen. Durch einen Bericht in der F.A.Z. haben wir davon erfahren und uns direkt bei dem durchführenden Schweizer Architekturbüro Herzog & De Meuron beworben. Bereits kurze Zeit später hatten wir den Auftrag“, erinnert sich Ackermann. „Hätten wir nicht zuvor Erfahrungen in Großprojekten gesammelt, wäre eine solche Zusammenarbeit wahrscheinlich nie zustandegekommen.“

          Ackermann beschäftigt etwa 120 Mitarbeiter.

          Eigentlich fühlte sich die Ackermann GmbH mit ihren mehr als 120 Mitarbeitern und sechs modernen CNC-Maschinen, deren Wert teilweise 500.000 Euro übersteigt, für jeden Auftrag gerüstet; und doch bereitete das Akustikmodell auch Schwierigkeiten.

          „Das akustische Konzept ist, dass es diese teetassengroßen Vertiefungen gibt, die den Schall diffundieren. In unserem Modell hatten wir diese eine Million Vertiefungen aus einem Mineralwerkstoff gefräst. Allein für die Erstellung des Modells des Reflektors, der in der Elbphilharmonie über der Bühne hängt, ist eine CNC-Maschine 21 Stunden in Betrieb gewesen.“

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