https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/acht-flughaefen-hunderte-fluege-fallen-wegen-des-warnstreiks-aus-17896449.html

Acht Flughäfen betroffen : Hunderte Flüge fallen wegen Warnstreik aus

  • Aktualisiert am

Der Streik und seine Folgen: fast menschenleere Halle am Hamburger Flughafen am Dienstagmorgen Bild: dpa

Die Gewerkschaft Verdi hat abermals zu einem Warnstreik aufgerufen. An mehreren deutschen Flughäfen ist der Betrieb beeinträchtigt. In Frankfurt können Passagiere lediglich umsteigen.

          1 Min.

          Ein Warnstreik des Luftsicherheitspersonals an acht Flughäfen hat am Dienstagmorgen zu vielen Streichungen und Behinderungen geführt. Am größten Drehkreuz Frankfurt etwa können keine Passagiere zusteigen. Nur im Umsteigeverkehr soll ein Notdienst angeboten werden. Bis zum Morgen wurden nach Angaben der Betreiberin von 790 geplanten Flügen 108 abgesagt. Starke Einschränkungen wurden auch aus Berlin und Hamburg gemeldet. In der Hansestadt wurden nach Flughafenangaben alle 88 geplanten Abflüge gestrichen.

          Passagiere wurden gebeten, sich vor einer Anreise zum Flughafen über den Status ihrer Flüge zu informieren. Von dem Warnstreik der Gewerkschaft Verdi sind zudem die Flughäfen Bremen, Hannover, Stuttgart, Düsseldorf und Köln/Bonn betroffen.

          Verdi fordert in den Tarifverhandlungen mit dem Bundesverband der Luftsicherheitsunternehmen, den Stundenlohn um mindestens einen Euro pro Stunde zu erhöhen. Wesentlich kostspieliger könnten regionale Angleichungen sowie vereinheitlichte Tarifgruppen werden, die den Arbeitgebern zufolge für einzelne Beschäftigte bis zu 40 Prozent mehr Gehalt bringen würden. Die Arbeitgeber werfen der Gewerkschaft Maßlosigkeit vor. Nach vier Verhandlungsrunden wollen sich beide Seiten am Donnerstag in Raunheim bei Frankfurt abermals treffen.

          Nur in Bayern kein Streik

          Die Branche kritisierte den Ausstand. Obwohl Flughäfen und Fluggesellschaften nicht Teil des Konfliktes seien, treffe der Streik in erster Linie den Luftverkehr und viele Tausende Reisende, erklärte der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft. „Das ist unfair und erschwert den Luftverkehrsunternehmen und ihren Beschäftigten die wirtschaftliche Wiederbelebung nach dem pandemiebedingten Zusammenbruch“, sagte Hauptgeschäftsführer Matthias von Randow. Eine flächendeckende Lahmlegung des Luftverkehrs sei unverhältnismäßig. Auch der Bundesverband der Deutschen Fluggesellschaften, in dem etwa die Lufthansa und Condor Mitglieder sind, kritisierte den Ausstand.

          Bereits in der vergangenen Woche hatte Verdi zeitversetzt an mehreren Flughäfen ganztägige Warnstreiks durchgezogen. Die Sicherheitskontrollen stehen unter Aufsicht der Bundespolizei und sind weitgehend an private Dienstleister ausgelagert. Lediglich in Bayern werden Kontrolleure nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst bezahlt und streiken daher nicht mit.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD)

          Bundesinnenministerin : Faeser geht nur bei Wahlsieg nach Hessen

          Die Bundesinnenministerin kandidiert in Hessen für das Amt der Ministerpräsidentin. Die SPD sieht in der Doppelrolle kein Problem und verweist auf Beispiele aus der hessischen CDU.
          Flüchtlinge in der Erstaufnahmeeinrichtung für Geflüchtete in Gießen

          Grünen-Landrat im Interview : „Wir schaffen das nicht“

          Jens Marco Scherf ist Landrat in Bayern und Mitglied der Grünen. In einem Brief an den Kanzler fordert er, dass die Migrationspolitik neu geordnet wird – um den Flüchtlingen wirklich helfen zu können.

          Bob Dylan : Die Quadratur des Greises

          Ins Regal stellen und dann nie wieder anhören? Die 17. Lieferung der Bob-Dylan-Bootlegs ist eine späte Rache an einem Meisterproduzenten.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.