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Lautsprecher für 300.000 : Musik wie bei einem Live-Auftritt

  • -Aktualisiert am

Hörner für einen voluminösen Klang Bild: Acapella Audio Arts

Das Unternehmen Audio Arts aus Duisburg hat die sphärischen Hörner erfunden. Sie sollen ein Klangerlebnis der besonderen Art ermöglichen. Ganz billig ist das nicht.

          „Wir stehen vor einem Paradigmenwechsel“, glaubt Alfred Rudolph, der Gründer von Acapella Audio Arts in Duisburg, und verweist auf eine neue Produktgattung. Rudolph und sein Geschäftspartner Hermann Winters haben mit ihren sieben Mitarbeitern eine kleine Musikanlage namens La Musika entwickelt, die nach ihren Angaben in der Lage ist, den gleichen Raumklang zu erzeugen wie manche vier Meter hohen Anlagen.

          So könne man die Musik fast wie bei einem Live-Auftritt erleben. Der Gedanke einer kleineren Musikanlage widerspreche sämtlichen Trends der Klangoptimierung, sagt Rudolph. In der HiFi-Branche sei es üblich, die Anlagen immer größer zu bauen, um den Klang zu verbessern.

          Mit neun Jahren sei er ein „schrecklicher Geigenspieler“ gewesen, erzählt Rudolph. Und er merkte, wie Musik ihn begeisterte, wie sie die Seele berühren, entspannen und Energie erzeugen kann. Nur die Musik könne so verzaubern, dass sich die Härchen am Unterarm aufrichteten und die eine oder andere Träne über die Wange rolle, sagt Rudolph.

          Voluminöser Schall

          Um solche Gefühle hervorzurufen, gründete er 1976 sein Unternehmen mit dem ebenfalls musikbegeisterten und technisch versierten Hermann Winters. „Wir haben einen steilen Start hingelegt“, berichtet Rudolph und verweist auf einen Umsatz von rund einer Million gleich im ersten Jahr, damals noch mit Zubehör und Kleinteilen. 1979 verbuchte man nach der Erfindung des Sphärenhorns mehr als 4 Millionen Euro Umsatz.

          Das Sphärenhorn, das damals umgerechnet mindestens 40.000 Euro kostete, sorgt mit einem Trichter in Form eines Horns dafür, dass sich der Schall weiter und voluminöser ausbreitet. Mit dieser Erfindung habe man sich zum ersten Mal international einen Namen gemacht, erzählt Rudolph.

          Nach der Erfindung eines mannshohen Sphärenhorns und des Sphäron Excalibur erfolgten weitere Umsatzsteigerungen. Das Sphäron Excalibur hatte mit einem noch mal größeren Lautsprecher mit den Maßen 230 mal 150 mal 130 Zentimeter einen noch mal besseren Klang und kostete umgerechnet 60.000 Euro aufwärts.

          „Qualität vor Kommerz“

          Als die Gründer Ende der neunziger Jahre kurz vor der Amortisierung standen, verringerten sie die Mitarbeiterzahl von 16 auf neun. Die höhere Mitarbeiterzahl habe in keinem Verhältnis zu einer Zunahme an Qualität gestanden; deshalb sei die Trennung von einigen Mitarbeitern die logische Folge gewesen. Mit den Worten „Qualität vor Kommerz“ erläutert Winters, warum das Unternehmen nie in die Massenproduktion gegangen ist. Man sei „Marktführer der Branche im klanglichen Bereich“, sagt Rudolph.

          Der Kundenkreis sei klein, die Produkte aber auf der ganzen Welt bekannt, sagt Winters. Die Produktpalette umfasst zwölf Lautsprecher, die bis zu 300.000 Euro kosten. Man verkaufe nicht mehr als hundert im Jahr und exportiere mittlerweile 80 Prozent nach China.

          In den vergangenen fünf Jahren erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz von jeweils rund 2 Millionen Euro. Rudolph erwartet, dass die Anlage La Musika, die rund 11.000 Euro kostet, einen erheblichen Umsatzzuwachs bringen wird.

          Der Artikel stammt aus dem Schülerprojekt „Jugend und Wirtschaft“, das die F.A.Z. gemeinsam mit dem Bundesverband deutscher Banken veranstaltet.

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