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Absturz von Flug MH17 : Fluglinien meiden die Ukraine - einige schon seit Monaten

  • Aktualisiert am

„Pray for MH17“, steht auf einer Anzeigetafel im Flughafen von Kuala Lumpur Bild: AFP

Nach dem Flugzeug-Absturz im Osten der Ukraine ändern Fluglinien ihre Routen. Zugleich gibt es Kritik an Malaysia Airlines - weil Wettbewerber das umkämpfte Gebiet schon lange nicht mehr überfliegen.

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          Nach dem mutmaßlichen Abschuss einer Passagiermaschine über der Ukraine haben mehrere Luftverkehrsunternehmen ihre Flugrouten geändert. Malaysia Airlines, die Betreibergesellschaft der verunglückten Boeing 777, teilte am Freitagmorgen mit, ab sofort bei allen Flügen von und nach Europa eine Alternativroute zu wählen. 298 Personen befanden sich an Bord der Maschine, die am Donnerstag im Osten der Ukraine abgestürzt war.

          Die Lufthansa kündigte ebenfalls eine Änderung ihrer Flugrouten an: Der ostukrainische Luftraum werde weiträumig umflogen, sagte ein Konzern-Sprecher in Frankfurt. Kurz darauf sperrten ukrainische Behörden den Luftraum in der Region komplett. Die ukrainische Vorgabe gelte bis auf Weiteres, erklärte die europäische Luftraumaufsicht Eurocontrol in Brüssel. „Alle Flugvorhaben, die entsprechende Routen beinhalten, werden nun von Eurocontrol zurückgewiesen“, teilte die Luftaufsicht mit. „Die Routen bleiben bis zu neuen Ankündigungen gesperrt.“

          Während diese Maßnahmen nur den Osten der Ukraine betreffen, geht die amerikanische Fluglinie Delta einen Schritt weiter. Sie will eigenen Angaben zufolge vorerst das ganze Land umfliegen. Die französische Regierung forderte entsprechende Maßnahmen von der gesamten Luftfahrtbranche. Fluggesellschaften sollten nach dem Absturz den Luftraum über der Ukraine meiden, erklärte Verkehrsstaatssekretär Frédéric Cuvillier. Die Aufforderung gelte, „solange die Ursachen dieser Katastrophe nicht aufgeklärt“ seien. Auch die britischen Behörden gaben an, alle geplanten Flüge über ukrainisches Gebiet würden umgeleitet.

          Andere Fluggesellschaften müssen nicht mehr reagieren, sie überfliegen eigenen Angaben zufolge das Kriegsgebiet schon seit Monate nicht mehr. Die koreanischen Airlines Korean Air und Asiana sowie die australische Fluglinie Qantas leiteten ihre Flüge nach eigenen Angaben bereits nach der Annexion der Schwarzmeer-Halbinsel Krim durch Russland im März um. Asiana-Maschinen seien aus „Sicherheitsgründen“ nicht mehr über die Ukraine geflogen, sagte eine Sprecherin.

          Korean Air verlegte seine Flugroute über der Ukraine „wegen der politischen Unruhen in der Region“ um 250 Kilometer nach Süden, wie ein Vertreter der Fluglinie sagte. Eine Qantas-Sprecherin sagte, ursprünglich seien Qantas-Flugzeuge auf der Verbindung von London nach Dubai über die Ukraine geflogen. Die Route sei aber schon „vor einigen Monaten“ geändert worden. Andere Fluglinien wie Japan Airlines und All Nippon Airways oder Garuda aus Indonesien gaben an, sie seien ohnehin nie über die Ukraine geflogen.

          Ob alle diese Angaben stimmen, ist nicht hundertprozentig sicher. Die Internetseite Flightradar24, die live Flüge rund um den Erdball verfolgt (hier der Link), schreibt auf Twitter, dass sie nach am gestrigen Donnerstag Flugzeuge über der Ukraine registriert habe von Anbietern, die von sich aus sagen, dass sie seit Monaten nicht mehr über die Ukraine fliegen.

          Ein Flugzeug der israelischen Fluggesellschaft El Al überflog auch an diesem Freitagmorgen auf dem Weg von Tel Aviv nach Moskau die Ukraine - allerdings machte es einen Bogen um die Unruheregion im Osten des Landes.

          Malaysia Airlines betonte in einer Pressemitteilung, dass die von Flug MH17 gewählte Flugroute von Luftfahrtorganisationen als sicher angesehen war und es keine Flugbeschränkungen in dem Gebiet gab.

          Aus Sicht von Brent Spencer, Professor an der auf Luftfahrt spezialisierten Embry–Riddle-Universität in Arizona, gibt es dennoch Grund zu Kritik: Fluggesellschaften hätten größere Vorsicht walten lassen müssen, sagte er der Nachrichtenagentur Bloomberg. Auch wenn es keine offiziellen Beschränkungen gebe, müssten Fluglinien gründlich darüber nachdenken, „ob sie über ein Gebiet fliegen wollen, in denen mit Raketen geschossen wird“.

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