https://www.faz.net/-gqe-9kroo

Abstürze und Flugverbote : Die Kehrseite der Boeing-Strategie

  • -Aktualisiert am

Hat Boeing sich bei der 737 Max verkalkuliert? Bild: AFP

Arbeitstier der Lüfte, Boeings Bestseller – die 737 war ein Erfolgsmodell. Doch offenbar hat sich Boeing jetzt verkalkuliert.

          1 Min.

          Arbeitstier der Lüfte, Boeings Bestseller – lange gab es für die 737 des amerikanischen Flugzeugherstellers viele positive Umschreibungen. Insgesamt mehr als 15.000 Bestellungen für eine Baureihe – so viele wie für keine andere – gehören zu der großen Erfolgsgeschichte.

          Doch die steht nach zwei Abstürzen der modifizierten Max-Version in Frage. Boeing muss nun um das Happy-End fürchten, weil der Konzern womöglich zu lange an einem Erfolgsstrang hin. Alle Effizienzsteigerungen und Modernisierungen könnten nicht verdecken, dass die 737 in ihrer Grundkonzeption ein mehr als 50 Jahre altes Modell ist.

          Statt für das absatzstärkste Segment der Kurz- und Mittelstreckenflugzeuge etwas komplett Neues zu entwickeln, hatte der Konzern sich noch einmal für eine Überarbeitung entschieden. Das war günstiger, Neuentwicklungen kosten zweistellige Milliardenbeträge. Die Zeit drängte auch, schließlich hatte Airbus mit dem A320neo ein kraftstoffsparendes Modell angekündigt. Und mit neuer Technik ließ sich das alte Flugzeug tatsächlich verbessern.

          Allerdings haben die Effizienzgewinne eine Kehrseite. Auch wenn die Unglücksursachen noch nicht feststehen, ist unbestritten: Flugzeuge sind immer komplexer geworden. Doch was nützt moderne Technik, wenn sie nicht mehr stets von Menschen beherrscht werden kann?

          Timo Kotowski
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Geplagt vom Chipmangel: Der Standort von MAN in München

          Mangel an Halbleitern : Harter Kampf um die Mikrochips

          Von Traton bis VW: Den Chipmangel bekommen immer mehr Unternehmen mit voller Wucht zu spüren, die sonst viel mehr verkaufen könnten. Es gibt wenig Aussicht auf Besserung.
          Einsatz mit Wasserwerfer: Hat die Polizei in Leipzig verhältnismäßig reagiert?

          Ausschreitungen in Leipzig : Sachsen arbeitet linken Krawall auf

          Nach linksextremen Ausschreitungen in Leipzig macht die Opposition der Landesregierung Vorwürfe. Die wiederum schiebt die Schuld auf die Organisatoren und nimmt die Polizei in Schutz.
          Die Gleichstellungsbeauftragten der nordrhein-westfälischen Hochschulen weisen darauf hin, „dass jeder Lehrende in seiner Karriere mit Studentinnen und Studenten interagieren wird, die persönliche Erfahrung mit sexualisierter Diskriminierung und/oder Gewalt gemacht haben“. Daher raten sie, bei der Behandlung von Stoffen wie der Geschichte von Tarquinius und Lucretia vorab einen Hinweis zu geben. Das Gemälde von Rubens hängt in der Eremitage.

          Pro Trigger-Warnungen : Traumata sind real

          Die Universität Bonn weist ihr Lehrkräfte darauf hin, wie sie ihre Studenten mit potentiell traumatisierendem Lehrstoff konfrontieren soll. Das ist sinnvoll und schützt Studenten mit seelischen Leidensgeschichten.
          Seite an Seite: Recep Tayyp Erdogan und Ali Erbas bei der Eröffnung einer Moschee in Istanbul im Mai 2019.

          Brief aus Istanbul : Vor Satan geschützte Zonen

          Erdoğan spielt sich als großer Herrscher auf, doch seine Machtbasis erodiert. Er versucht, islamistischen Wählern mit mehr Religion zu kommen. Wenn ihr Kühlschrank leer ist, bringt das nicht viel.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.