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Abstürze und Flugverbote : Die Kehrseite der Boeing-Strategie

  • -Aktualisiert am

Hat Boeing sich bei der 737 Max verkalkuliert? Bild: AFP

Arbeitstier der Lüfte, Boeings Bestseller – die 737 war ein Erfolgsmodell. Doch offenbar hat sich Boeing jetzt verkalkuliert.

          Arbeitstier der Lüfte, Boeings Bestseller – lange gab es für die 737 des amerikanischen Flugzeugherstellers viele positive Umschreibungen. Insgesamt mehr als 15.000 Bestellungen für eine Baureihe – so viele wie für keine andere – gehören zu der großen Erfolgsgeschichte.

          Doch die steht nach zwei Abstürzen der modifizierten Max-Version in Frage. Boeing muss nun um das Happy-End fürchten, weil der Konzern womöglich zu lange an einem Erfolgsstrang hin. Alle Effizienzsteigerungen und Modernisierungen könnten nicht verdecken, dass die 737 in ihrer Grundkonzeption ein mehr als 50 Jahre altes Modell ist.

          Statt für das absatzstärkste Segment der Kurz- und Mittelstreckenflugzeuge etwas komplett Neues zu entwickeln, hatte der Konzern sich noch einmal für eine Überarbeitung entschieden. Das war günstiger, Neuentwicklungen kosten zweistellige Milliardenbeträge. Die Zeit drängte auch, schließlich hatte Airbus mit dem A320neo ein kraftstoffsparendes Modell angekündigt. Und mit neuer Technik ließ sich das alte Flugzeug tatsächlich verbessern.

          Allerdings haben die Effizienzgewinne eine Kehrseite. Auch wenn die Unglücksursachen noch nicht feststehen, ist unbestritten: Flugzeuge sind immer komplexer geworden. Doch was nützt moderne Technik, wenn sie nicht mehr stets von Menschen beherrscht werden kann?

          Timo Kotowski

          Redakteur in der Wirtschaft.

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