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Absatzkrise : GM-Werke wochenlang zu - Chrysler vor Insolvenz

  • Aktualisiert am

767.000 unverkaufte Fahrzeuge stehen auf den GM-Halden Bild: AFP

General Motors wird 13 Werke in Nordamerika bis zu neun Wochen lang stilllegen. Der Mutterkonzern von Opel reagiert damit auf die wachsende Zahl unverkaufter Autos. Für Chrysler bereitet die amerikanische Regierung offenbar die rasche Insolvenz vor.

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          Wegen der extrem schwachen Nachfrage schickt der amerikanische Autobauer General Motors tausende Mitarbeiter in den Zwangsurlaub. Zwischen Mai und Juli würden 13 Werke in Nordamerika jeweils „für mehrere Wochen“ geschlossen, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Durch die Werkschließungen sollten 190.000 Autos weniger gebaut werden als bislang vorgesehen. Ziel sei es, „die Produktion mit der gegenwärtigen Nachfrage in Einklang zu bringen“, hieß es in einer Erklärung.

          Den Angaben zufolge sollen die Werke zu unterschiedlichen Zeiten schließen; wie lange die Auszeit dauere, hänge dann jeweils von der Entwicklung der Nachfrage und der Lagerbestände ab. Ende vergangenen Monats habe der Lagerbestand an unverkauften Fahrzeugen bei 767.000 Stück gelegen. Diese Zahl soll nach dem Willen des GM-Managements bis Ende Juli auf 525.000 sinken.

          Rasche Insolvenz für Chrysler

          General Motors hat bereits 13,4 Milliarden Dollar Staatshilfe bekommen und arbeitet derzeit im Auftrag der amerikanischen Regierung an einem Zukunftskonzept, auf dessen Grundlage über weitere Hilfen entschieden werden soll. Präsident Barack Obama hat dem Konzern dafür eine Frist bis Anfang Juni gesetzt.

          Für den notleidenden Autobauer Chrysler bereitet die amerikanische Regierung einem Medienbericht zufolge die rasche Insolvenz vor. Der Insolvenzantrag vor Gericht könnte schon nächste Woche erfolgen, berichtete die „New York Times“ unter Berufung auf damit vertraute Personen am Donnerstag.

          Allein nicht überlebensfähig

          Obama hatte Chrysler für einen endgültigen Sanierungsplan ein Ultimatum bis Ende April gestellt. Eigentlich sollte der Autobauer bis dahin auch den geplanten Einstieg des italienischen Fiat-Konzerns unter Dach und Fach bringen. Dieser würde nun im Insolvenzverfahren zu Ende verhandelt, so die Zeitung. Allein ist Chrysler nach Ansicht der Regierung nicht überlebensfähig.

          Ungelöst sei allerdings noch der Streit mit den Gläubigern, denen Chrysler fast sieben Milliarden Dollar schuldet. Die Regierung hatte ihnen zuletzt nach Berichten die Rückzahlung von 22 Prozent der Summe in bar angeboten sowie für den Rest einen fünfprozentigen Anteil an Chrysler. Die Kreditgeber forderten dagegen eine rund dreimal so hohe Barzahlung von 65 Prozent - oder 4,5 Milliarden Dollar - plus 40 Prozent an Chrysler.

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