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Bank überrascht : Die Börse hakt Aareals Verlustschock schnell ab

Die Zentrale der Aareal Bank in Wiesbaden Bild: Picture-Alliance

Die Aareal Bank in Wiesbaden schockt mit ihrer Verlustankündigung die Börse nur kurz. Am Montag zum Handelsschluss ist die Aktie im M-Dax Tagesgewinner. Was das mit Aareals Dividendenankündigung zu tun hat.

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          Die Reaktion der Börse dürfte nach dem Geschmack des Vorstands der Aareal Bank ausgefallen sein, nachdem der Gewerbeimmobilienfinanzierer am Sonntagabend mit zwei gemischten Nachrichten überrascht hatte. Statt des noch im November vorhergesagten zweistelligen Millionengewinns für 2020 kündigte Aareal nun einen zweistelligen Millionenverlust an. Gleichzeitig aber lockte die Bank mit der Zahlung einer Dividende im Jahr 2021 von 1,50 Euro.

          Hanno Mußler

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Der Aktienkurs des Gewerbeimmobilienfinanzierers eröffnete daraufhin am Montag wegen der plötzlichen Warnung vor einem Jahresverlust wie zu erwarten mit einem Kursabschlag von gut 4 Prozent. Zum Handelsschluss allerdings gehörte die Aareal-Bank-Aktie dann mit einem Kursplus von fast 8 Prozent auf 21,50 Euro zu den Tagesgewinnern im M-Dax. Offensichtlich hatte die Aussicht auf eine Dividendenrendite von rund 7,5 Prozent den Anlegern über den Gewinnschock geholfen.

          Dividende hängt von der Aufsicht ab

          Allerdings ist die Dividendenankündigung mit einem „Wenn“ versehen. Und der Millionenverlust hat keine banalen Gründe. Zum Gesamtbild gehört außerdem: Aareal steckte zuletzt in einer negativen Nachrichtenspirale: Die nun hinfällige Gewinnankündigung im November beruhte auf einer gekürzten Prognose. Der Vorstandsvorsitzende Hermann Merkens ist erkrankt und steht der Bank, so hieß es im November, für drei bis vier Monate nicht zur Verfügung. Und der Hedgefonds Petrus heizt der Bank wegen hoher Vorstandsgehälter und niedriger Eigenkapitalrenditen ohnehin ordentlich ein. Deshalb ist der Vorstand unter der interimistischen Führung des erfahrenen, 2018 von der Postbank gekommenen Finanzvorstands Marc Heß erkennbar bemüht, gute Nachrichten zu verbreiten. An der Börse hat das zumindest am Montag geklappt. 

          AAREAL BANK

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          Die Dividendenzahlung 2021 steht indessen unter Vorbehalt der Europäischen Bankenaufsicht der EZB. Zwar haben die Bankenaufseher im Dezember ihre pauschale Dividendensperre gelockert, die sie im Frühjahr wegen drohender Kreditausfälle empfohlen hatten. Doch nach den neuen Vorgaben könnte Aareal zunächst lediglich 35 bis 40 Cent je Aktie ausschütten, wie sie mitteilt. Diesen Gewinnverwendungsvorschlag, der mangels Gewinn aus dem angesichts einer Kernkapitalquote von rund 20 Prozent durchaus üppigen Eigenkapital stammen müsste, will der Vorstand der Hauptversammlung im Mai unterbreiten.

          Die für eine Dividende von 1,50 Euro je Aktie dann noch fehlenden 1,10 bis 1,15 Euro „können im vierten Quartal 2021 ausgeschüttet werden, falls zu diesem Zeitpunkt die Vorgaben der Aufsichtsbehörden mit Bezug auf die Unsicherheiten rund um die Covid-19-Krise erfüllt sind“, heißt es von Aareal.

          Hoher Kreditanteil für Hotels

          Allerdings ist der Gewerbeimmobilienfinanzierer von den Unsicherheiten durch die Pandemie stärker betroffen als andere Banken. Ende September finanzierten 33 Prozent aller Aareal-Kredite Hotels. Und an den Einzelhandel waren 23 Prozent des Kreditportfolios vergeben. Damit stecken fast 60 Prozent aller Finanzierungen in Branchen, die von den Lockdowns besonders getroffen sind. Schon im Frühjahr, als Aareal noch mit einem dreistelligen Millionengewinn für 2020 rechnete, hatte sie die Risikovorsorge gegenüber den Vorjahresquartalen verzehnfacht.

          Nun stockt die Bank nochmals ihre Vorsorge für faule Kredite deutlich auf, was zu dem überraschenden Jahresverlust führt – dem ersten seit 2008. Für alle Darlehen, bei denen die Kreditnehmer mit Zinszahlungen in Verzug sind oder die Bank Liquiditätslinien ausweitete, traf Aareal jetzt über das rechtlich notwendige Ausmaß hinaus Vorsorge (Stage2). „Punktuell“ musste auch für ausfallgefährdete Einzelengagements (Stage3) vorgesorgt werden. „Wir haken das Pandemie-Jahr 2020 mit einer umfassenden Vorsorgemaßnahme für Covid-19-bedingte Risiken ab“, sagte denn auch Finanzvorstand Heß und lenkte den Blick nach vorn.

          Viel Zuversicht für 2023

          2021 werde ein „deutlich positives Betriebsergebnis“ erwartet, falls die Impfmaßnahmen Wirkung zeigten und es zur erwarteten deutlichen wirtschaftlichen Erholung komme. Noch konkreter wurde Aareal zu den Gewinnaussichten im Jahr 2023. Dann sei ein Konzernbetriebsergebnis in der Größenordnung von 300 Millionen Euro erreichbar, was einer Eigenkapitalrendite von 8 Prozent entspreche.

          Um dieses Ziel zu erreichen, kündigte die Bank einen Fünf-Punkte-Plan an. Unter anderem will sie ihren Kreditbestand bis Ende 2022 um rund 4 Milliarden auf 30 Milliarden Euro ausweiten. Die Bilanz des vergangenen Jahres und Details zur neuen Strategie stellt die Bank am 24.Februar vor. 

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