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Fast 7 Milliarden Euro : Toyota erzielt Rekord-Quartalsgewinn

Ein Toyota-Mitarbeiter in einem Showroom in Tokio Bild: AFP

Toyota hat sich besser als andere vor dem Hableitermangel abgeschottet. Doch der Autokonzern bleibt wie immer vorsichtig, denn die Chipkrise schlägt durch. Und die Frage bleibt: Was ist mit den Elektro-Modellen?

          2 Min.

          Toyota Motor hat die Corona-Krise genutzt und sich noch effizienter aufgestellt als zuvor. Der größte Autohersteller der Welt meldete am Mittwoch einen rekordhohen Überschuss von 897,8 Milliarden Yen (6,9 Milliarden Euro) für das erste Quartal des Geschäftsjahres.

          Patrick Welter
          Korrespondent für Wirtschaft und Politik in Japan mit Sitz in Tokio.

          Toyota, wie immer vorsichtig, behielt indes die Geschäftsprognose für das Gesamtjahr bei. Das Unternehmen nannte die Corona-Pandemie, die globale Knappheit an Halbleitern und steigende Materialkosten als Gründe für die Vorsicht.

          Mehr Gewinn je Auto

          Im Vergleich zum Vorjahresquartal verkaufte Toyota in dem Zeitraum von April bis Juni erheblich mehr Autos, steigerte den Umsatz und den Gewinn. Das kann nicht verwundern, lag das Geschäft vor einem Jahr als Folge der Lockdowns in den Vereinigten Staaten und in Europa doch nahezu völlig danieder.

          Relevanter ist der Vergleich mit dem Quartal vor zwei Jahren, als noch niemand auf der Welt an das Coronavirus dachte. In diesem Vergleich gründet das gute Finanzergebnis nicht in dem Auto-Absatz, der mit 2,15 Millionen Stück immer noch unter den 2,32 Millionen von vor zwei Jahren lag. Entscheidend ist vielmehr, dass Toyota noch effizienter wirtschaftet als vor der Krise. Die operative Marge lag bei 12,6 Prozent oder 3 Prozentpunkte mehr als im Vergleichsquartal vor zwei Jahren. Anders ausgedrückt: Toyota verkaufte weniger Autos, machte aber mit jedem Auto mehr Gewinn als zuvor.

          Der Umsatz erreichte in dem jetzt abgeschlossenen Quartal 7935,5 Milliarden Yen (etwa 61 Milliarden Euro). Das Betriebsergebnis stieg auf 997,4 Milliarden Yen (etwa 7,7 Milliarden Euro).

          Wasserstoff in der Hinterhand

          Besser als andere Autohersteller hat Toyota sich durch Lagerhaltung unter anderem bei Zulieferern vor den Folgen des globalen Mangels an Halbleitern abgeschottet. Doch spurlos kommt auch Toyota nicht durch diese Krise. Das Unternehmen hat in dieser Woche als Folge fehlender Mikrochips einige Produktionsbänder in Japan angehalten.

          Toyota wies darauf hin, dass der Anteil der elektrifizierten Fahrzeuge am Absatz stetig steige. Im Vergleichsquartal vor zwei Jahren lag der Anteil bei 20 Prozent, zuletzt dagegen bei 26,6 Prozent oder 677.000 Stück.

          Das Unternehmen wird insbesondere in Deutschland kritisiert, weil es beim Trend zu batteriebetriebenen Elektroautos hinterherhinke. Der Löwenanteil der von Toyota verkauften elektrifizierten Fahrzeuge sind hybrid-getriebene Autos, die einen Verbrenner und einen Elektromotor an Bord haben. An batteriebetriebenen Elektroautos verkaufte Toyota gerade mal 3000 Stück und 2000 der mit Wasserstoff betriebenen Brennstoffzellenfahrzeuge.

          Toyota hält der Kritik entgegen, dass die Kunden mehr Hybrid-Fahrzeuge nachfragen und man sich den Wünschen der Kunden anpasse. Mit dem Angebot eines Brennstoffzellenfahrzeugs hält das Unternehmen auch eine andere Option für eine umweltfreundliche Mobilität in der Hinterhand, sollte der Trend zum rein batteriebetriebenen Elektroautos doch abbrechen.

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