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5-G-Einführung : Warnung vor Flugchaos in den USA

Eine United Airlines-Maschine in Los Angeles Bild: AFP

Amerikanische Fluggesellschaften fürchten eine „katastrophale Störung“ im Luftverkehr durch die geplante Einführung von 5-G-Technologien – und warnen das Verkehrsministerium.

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          Nach Warnungen der Luftfahrtbranche vor einem Chaos im Flugverkehr haben die amerikanischen Telekommunikationskonzerne Verizon und AT&T Einschnitte bei der für Mittwoch geplanten Einführung von Diensten mit dem neuen Mobilfunkstandard 5G vorgenommen. Wie sie am Dienstag mitteilten, wollen sie nun das 5G-Netz rund um bestimmte Flughäfen zunächst einschränken.

          Roland Lindner
          Wirtschaftskorrespondent in New York.
          Timo Kotowski
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Die Vorstandsvorsitzenden von Fluggesellschaften wie United Airlines und Delta Air Lines sowie von Logistikkonzernen wie UPS und Fedex hatten zu Wochenbeginn in einem Schreiben an das Verkehrsministerium und die Flugaufsichtsbehörde FAA von einer möglichen „katastrophalen Störung“ und der Gefahr umfangreicher Flugstreichungen gewarnt. „Der Kommerz der Nation wird zu einem jähen Halt kommen“, hieß es in dem Brief.

          Wie ist die Lage in Deutschland?

          Die Warnungen bezogen sich auf Sicherheitsbedenken rund um die 5-G-Technologien. Dafür sollen sogenannte C-Band-Frequenzen genutzt werden, und es gibt die Sorge, dass dabei die Flugzeugtechnik durch Interferenzen gestört werden könnte. Konkret geht es dabei vor allem um Höhenmesser, die gerade bei schwierigen Lichtverhältnissen eine wichtige Rolle während der Landung von Flugzeugen spielen. Die Fluggesellschaften forderten, die Implementierung von 5G nicht im Umkreis von zwei Meilen von Landebahnen auf bestimmten Flughäfen zu erlauben.

          Die Telekommunikationsindustrie sagt, die 5G-Technologie sei sicher und werde in Dutzenden von Ländern schon eingesetzt. Verizon und AT&T haben in den vergangenen Wochen schon andere Zugeständnisse angekündigt, um etwaige Sicherheitsrisiken zu verringern, und sie hatten die zunächst für Dezember geplante Einführung ihrer 5G-Systeme schon um einige Wochen verschoben.

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          An deutschen Flughäfen drohen nach bisherigen Erkenntnissen keine Beeinträchtigungen durch den neuen Mobilfunkstandard. Hierzulande werden für 5G Frequenzbereiche unter 3,7 Gigahertz genutzt, in den Vereinigten Staaten auch darüber. Die Deutsche Flugsicherung hatte sich in der Vergangenheit mit möglichen 5G-Folgen befasst, sah aber keine möglichen Probleme wie in Amerika.

          Lufthansa wechselte teils Maschine

          Radarhöhenmesser von Flugzeugen nutzen Frequenzen von 4,2 bis 4,4 Gigahertz, der Abstand zum deutschen 5G gilt als ausreichend groß. Unter anderem nahe dem Berliner Flughafen ist seit einiger Zeit eine Antenne in Betrieb, die mit 3,6 Gigahertz sendet. Wenn im Zuge des Mobilfunkausbaus weitere Kapazitäten nötig werden, könnte 5G aber noch für die deutsche Luftfahrt zu einem größeren Thema werden.

          Die Reaktion der amerikanischen Mobilfunkkonzerne führte derweil zu einer Entspannung bei Airlines. Auch Fluggesellschaften außerhalb der Vereinigten Staaten hatten Sorgen, dass es zu Einschränkungen für Landungen in Amerika kommen könnte. Die US-Luftfahrtbehörde FAA hatte zunächst Landungen bei jedem Wetter nur mit einigen Höhermessern als unbedenklich eingestuft, die zwar in vielen, aber längst nicht in allen Flugzeugen verbaut sind. 

          Die Deutsche Lufthansa wechselte daher vorsorglich für einige Strecken das einzusetzende Flugzeug, um Ausfälle zu vermeiden. Emirates aus Dubai hatte sogar in einer ersten Reaktion sämtliche Flüge zu neun US-Flughäfen – darunter New York-Newark, Chicago und San Francisco – abgesagt. Am Donnerstag kündigte die Airline aber an, von Freitag an die Verbindungen wieder aufzunehmen, so dass im Laufe des Wochenendes wieder nach Plan geflogen werde. 

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