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Türkei : Flughafenpersonal protestiert gegen Arbeitsbedingungen – 500 Festnahmen

  • Aktualisiert am

Sicherheitsmitarbeiter und Polizisten sichern am neuen Istanbuler Flughafen den Eingang zur Baustelle. Bild: AFP

Protest wird nicht geduldet: Türkische Polizisten haben Hunderte Arbeiter festgenommen, die gegen gefährliche Bedingungen auf der Baustelle des neuen Istanbuler Flughafens demonstrierten. In den Wochen zuvor war es zu tödlichen Unfällen gekommen.

          Die türkische Polizei hat nach Gewerkschaftsangaben Hunderte Teilnehmer einer Demonstration gegen die Arbeitsbedingungen auf der Baustelle des neuen Istanbuler Großflughafens festgenommen. Die Beamten hätten Tränengas und schwere Fahrzeuge eingesetzt, um die Protestaktion mehrerer Tausend Arbeiter zu beenden, sagte am Samstag der Gewerkschaftler Özgür Karabulut. Kräfte der paramilitärischen Gendarmerie hätten zudem die Türen von Arbeiter-Unterkünften eingetreten und seien in die Quartiere eingedrungen. Ali Bayar von der kurdischen Oppositionspartei HDP sagte, das Arbeitergebiet sehe aus wie ein Gefangenenlager. Das Gelände war am Samstag komplett abgeriegelt. Ein Unternehmenssprecher verweigerte einen Kommentar.

          Die etwa 35.000 Arbeiter stehen unter großem Druck, den Flughafen bis Ende Oktober fertigzustellen, wenn er offiziell in Betrieb gehen soll. Der noch namenlose Megaflughafen am Schwarzen Meer soll dann den weiter südlich an der Küste des Marmara Meeres gelegenen Atatürk-Flughafen ersetzen. Türkische Medien hatten wiederholt berichtet, dass es auf der riesigen Baustelle im Norden Istanbuls bereits zahlreiche tödliche Arbeitsunfälle gegeben habe.

          Das neue Luftdrehkreuz gehört zu den ambitioniertesten Projekten von Präsident Recep Tayyip Erdogan. In der Anfangsphase sollen dort 90 Millionen Passagiere verkehren, doch soll ihre Zahl mittelfristig auf 150 Millionen steigen. Wegen der Zerstörung großer Waldgebiete im Norden der Bosporus-Metropole und der erwarteten Auswirkungen auf die Vogelzugrouten zwischen Europa und Asien wird das Megaprojekt von Umweltschützern kritisiert.

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