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50 Jahre Hornbach : Im Internet bestellen – im Baumarkt abholen

Selbst ist der Mann: 1968 eröffnete der erste Hornbach-Baumarkt für Heimwerker. Bild: Hornbach

Vor 50 Jahren hat Hornbach den ersten Baumarkt eröffnet. Versorger zu sein reicht heute nicht mehr. Die Digitalisierung fordert andere Konzepte. „Neues umarmen, nicht bekämpfen“, lautet die Devise von Unternehmenschef Albrecht Hornbach.

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          Jede Idee hat ihre Zeit. Und die für die „Selbermacher“, die ihre Wohnung eigenhändig verschönern, selbst tapezieren, Regale aufhängen, Fliesen verlegen, kam in den sechziger Jahren. Das Wirtschaftswunder war in vollem Gang, die Löhne seit dem Zusammenbruch rasant gestiegen, es herrschte Vollbeschäftigung, die finanzielle Sicherheit war zurück. Viele Menschen wollten jetzt ein eigenes Haus. Geld dafür war da und die nötige Zeit auch: Im Verlauf der sechziger Jahre setzte sich mehr und mehr die 40-Stunden-Woche durch. Mit „Samstags gehört Vati mir“ hatten die Gewerkschaften erfolgreich eine 5-Tage-Woche durchgesetzt. Vati wollte sich allerdings nicht nur um die Kinder kümmern, er wollte werkeln.

          Bernd Freytag
          Wirtschaftskorrespondent Rhein-Neckar-Saar mit Sitz in Mainz.

          Dass in diesem Wandel eine Chance lag für eine neue Art von Handel, das hatten Heinz-Georg Baus und Otmar Hornbach schon in Amerika gesehen. Unabhängig voneinander reisten die beiden Baumarktpioniere durch Amerika, wo die sogenannte Do-it-yourself(DIY)-Bewegung schon länger eingesetzt hatte und Selbstbedienungsläden aus dem Boden schossen. Baus war der Erste und eröffnete 1960 in Mannheim sein erstes „Bauhaus“, 600 Quadratmeter klein, „primär auf Bastler zugeschnitten“, wie die Hornbach-Chronik lakonisch vermerkt. Otmar Hornbach, von dem in Amerika „Gesehenen und Gehörten restlos begeistert“, tüftelte länger an seinem Konzept, entwickelte Regale und Präsentationswagen und eröffnete 1968 den ersten „Bausupermarkt“. Und zwar im pfälzischen Bornheim, außerhalb des Ortes: 4000 Quadratmeter groß, schon mit Gartencenter, „Reifenmontage-Station“, Tapeten, Farben, Türen, Baustoffen, Elektrogroßgeräten, Einbauküchen, Fahrrädern und Autozubehör. Alle Fachhändler unter einem Dach mit großem Parkplatz gut erreichbar. „Einzigartig in der Bundesrepublik“, wie Hornbach anlässlich der Eröffnung in ganzseitigen Anzeigen warb.

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