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Rapper besingen Branntwein : „Deshalb schmeckt Cognac so gut“

Rapper stehen auf den Branntwein – Jay Z hat sich sogar an einem Hersteller beteiligt. Bild: dpa

Amerikanische Rapper scheinen schon seit Jahren auf Cognac zu stehen. Immer wieder singen sie über die Spirituose. Das liegt nicht nur am Geschmack.

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          Der Besuch war kurz und sollte angeblich diskret sein. Im Mai 2017 hielt sich der Rapper 50 Cent in der französischen Kleinstadt Cognac auf, um an einem Geschäftsessen teilzunehmen. Details wurden nicht bekannt, doch danach zeigte sich 50 Cent auf einem Instagram-Foto, wie er auf einer Leiter in ein Cognac-Fass blickt. „Ok, deshalb schmeckt Cognac so gut“, schrieb der Sänger. Amerikanische Rap-Stars haben eine enge Verbindung mit der französischen Branntweinregion. Sie sind seine besten Botschafter. Bekanntlich sind die Sänger nicht schüchtern, wenn es in ihren mitunter prahlerischen Texten um die Erwähnung von Luxusmarken geht. Laut einer Bloomberg-Analyse war der Cognac-Weltmarktführer Hennessy die meist zitierte Marke in den Top-20-Songs der vergangenen drei Jahre, nur übertroffen von Rolls-Royce und Ferrari.

          Christian Schubert
          Wirtschaftskorrespondent in Paris.

          Schon seit vielen Jahren besingen amerikanische Rapper die Spirituose aus der französischen Provinz: „Pass me the Couvoisier“ sang Busta Rhymes 2001. Jay Z, der sich inzwischen an einer von Bacardi gestarteten Cognac-Marke beteiligte, sang einst über Rémy Martin. Die schwarze Bevölkerung der Vereinigten Staaten gehört seit langem zu den wichtigsten Kunden der französischen Hersteller. Historiker berichten, dass schwarze Künstler wie Josephine Baker bereits in den 1920er Jahren das Getränk in der Heimat populär machten. Während des Zweiten Weltkriegs entdeckten schwarze Soldaten, die im französischen Südwesten stationiert waren, die Cognac-Region und ihr berühmtestes Erzeugnis.

          Ein Rekord jagt den anderen

          Heute sind die Vereinigten Staaten mit Abstand der größte Cognac-Markt der Welt. In den vergangenen zwölf Monaten haben die französischen Hersteller 86,5 Millionen Flaschen nach Amerika exportiert, wie der Branchenverband Bureau national interprofessionnel du Cognac (BNIC) in dieser Woche berichtete. Zusammen mit Kanada und Mexiko nahm die in Nordamerika verkaufte Menge im Vergleich zum Vorjahr um 9,4 Prozent zu.

          Der amerikanische Markt ist so die große Stütze für den Rekordkurs der Cognac-Branche. Auf der ganzen Welt verkauften die französischen Brennereien in der Rechnungsperiode 2017/2018 (bis Juli) 206 Millionen Flaschen – ein Plus von 8,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und so viel wie noch nie. Im Wert steigerten sich die Verkäufe um 5,4 Prozent auf einen Umsatz von 3,2 Milliarden Euro. Seit vier Jahren eilen die Hersteller von einem Rekord zum nächsten. Nach den Vereinigten Staaten ist der Ferne Osten mit den Ländern Singapur und China der große Wachstumstreiber. Der chinesische Markt normalisiere sich wieder, nachdem er in den vergangenen Jahren unter der Antikorruptionskampagne der Regierung gelitten hatte, berichtet der Verband.

          Die Franzosen ziehen Wein vor

          Die Verkäufe in Europa zeigten indes ein gemischtes Bild. In der Menge verloren sie um zwei Prozent, während sie im Wert um drei Prozent stiegen. In Westeuropa und in Nordeuropa kam es zu leichten Rückgängen, während sich das Wachstum in Russland und in Lettland fortsetzte. Großbritannien – der wichtigste europäische Markt – blieb trotz des Brexits stabil. In Deutschland wurden im vergangenen Jahr 4,8 Millionen Flaschen verkauft – eine Million weniger als im Vorjahr –, was den Markt aber immer noch zum fünftgrößten Absatzgebiet macht.

          Die Heimat des Cognac, Frankreich, lag dagegen abermals hinter Deutschland. Von Cognac leben in Frankreich rund 60.000 Menschen, darunter das Personal von 4300 Weinbauern. Als Konsumenten ziehen die Franzosen dagegen andere Getränke vor, besonders Wein, aber auch Whiskey. 98 Prozent der französischen Cognac-Produktion geht daher in den Export.

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