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5,9 Milliarden Verlust : Ford schreibt tiefrote Zahlen

  • Aktualisiert am

Die Eiszeit geht weiter: Ford meldet für das Schlussquartal einen kräftigen Verlust Bild: AP

Neue Zahlen untermauern, wie heftig die Krise in der amerikanischen Autoindustrie zugeschlagen hat: Bei Ford hat sich im Schlussquartal 2008 das Minus mit fast 5,9 Milliarden Dollar mehr als verdoppelt. Trotzdem bleibt der Hersteller wacker bei der Aussage: Wir brauchen keine Hilfen vom Staat.

          Der notleidende amerikanische Autobauer Ford stürzt angesichts der weltweiten Branchenkrise immer tiefer in die roten Zahlen. Im Schlussquartal 2008 hat sich das Minus mit fast 5,9 Milliarden Dollar mehr als verdoppelt. Im Gesamtjahr weitete der zweitgrößte amerikanische Hersteller seinen Verlust sogar auf 14,6 Milliarden Dollar (11,1 Milliarden Euro) aus nach einem Fehlbetrag von 2,7 Milliarden Dollar in 2007.

          Der Umsatz brach im vierten Quartal um ein Drittel auf 29,2 Milliarden Dollar ein, wie Ford am Donnerstag am Sitz in Dearborn bei Detroit (Michigan) mitteilte. Auch in Europa schrieb Ford tiefrote Zahlen.

          Der Vorstandsvorsitzende des Unternehmens, Alan Mulally, sagte, sowohl das Unternehmen als auch die gesamte Automobilindustrie hätten im vierten Quartal einen außergewöhlichen Abschwung auf allen Märkten hinnehmen müssen, der die Ergebnisse deutlich beeinflusst habe.

          Ford: Brauchen trotzdem keine Staatshilfen

          Der Konzern betonte abermals, keine staatlichen Milliardenhilfen zu benötigen. Die amerikanischen Wettbewerber General Motors (GM) und Chrysler können derzeit nur durch Notkredite der Regierung überleben. Ford will die Gewinnzone im operativen Geschäft wie bisher geplant im Jahr 2011 erreichen.

          Im Gesamtjahr 2008 fiel der Umsatz um 15 Prozent auf 146,3 Milliarden Dollar. Das Ergebnis des Konzerns war noch schlechter, als Fachleute bereits befürchtet hatten. Der Hersteller kündigte weitere Stellenstreichungen an. Mulally sagte: „Wir haben alle nötigen Maßnahmen getroffen, die zur Anpassung des Angebots an die gesunkene Nachfrage und zur Senkung der Kosten nötig waren.“

          Diese Maßnahmen werden nach Aussage von Mulally 2009 helfen, den negativen operativen Cashflow zu reduzieren. „Die Fortschritte, die wir im vierten Quartal gemacht haben, stimmen uns zuversichtlich: Wir haben den richtigen Plan, die richtigen Leute und die richtigen Produkte, ein existenzfähiges und profitables Unternehmen zu schaffen“, so der Manager.

          In Europa fuhr Ford im Schlussquartal einen Vorsteuerverlust von 330 Millionen Dollar ein. Die Gründe seien die Absatzkrise und der wieder stärkere Dollar gewesen. Im Vorjahr hatte Ford in Europa noch einen Gewinn von 223 Millionen Dollar erzielt. Der Umsatz fiel um 27 Prozent auf 7,6 Milliarden Dollar.

          Die Ford-Autobank Ford Motor Credit kündigte derweil den Abbau von 1200 Stellen in den Vereinigten Staaten im laufenden Jahr an. Damit wolle sich das Unternehmen an die „neuen Marktbedingungen“ anpassen. Die geplanten Streichungen betreffen rund ein Fünftel der Belegschaft.

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