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Ausstieg aus Tarifvertrag : 34.000 Real-Mitarbeiter zum Streik aufgerufen

  • Aktualisiert am

Verdi hat für Freitag und Samstag zu Streiks aufgerufen. Bild: Rainer Wohlfahrt

Nach einem Aufruf der Gewerkschaft könnte es am Freitag und Samstag zu Beeinträchtigungen in den Supermärkten von Real kommen. Verdi nennt die Geschäftsführung „unverschämt“.

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          Die Gewerkschaft Verdi hat die rund 34.000 Beschäftigten der Supermarktkette Real für Freitag und Samstag deutschlandweit zum Streik aufgerufen. „Wir kämpfen für Löhne, von denen man leben kann“, sagte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger in Berlin. Nach Angaben des Unternehmens gegenüber FAZ.NET wurde in 132 Märkten von insgesamt 281 durch 2471 Mitarbeiter gestreikt. Demzufolge hätten etwa 19 Mitarbeiter pro bestreiktem Markt daran teilgenommen.

          Hintergrund des Streikaufrufs ist die Entscheidung der Unternehmensleitung, sich aus den mit Verdi vereinbarten Tarifverträgen zu verabschieden und stattdessen neu eingestellte Mitarbeiter nach einem Tarifvertrag mit der Gewerkschaft DHV zu bezahlen, der für das Unternehmen deutlich günstiger ist. Dies bedeute für die Betroffenen durchschnittlich 23 Prozent weniger Geld, betonte Nutzenberger und fügte hinzu: „Solche Löhne führen direkt in die Altersarmut der Beschäftigten.“

          Der Chef des Real-Mutterkonzerns Metro, Olaf Koch, wirft dagegen der Gewerkschaft vor, Tarifverhandlungen über eine wettbewerbsfähige Entgeltstruktur bei der angeschlagenen Supermarktkette jahrelang blockiert zu haben. Die bisherigen Tarifverträge hätten Real deutlich höhere Lohnkosten aufgebürdet, als sie viele Wettbewerber zu tragen hätten. Das sei für Real nicht mehr tragbar gewesen. Das Unternehmen bezahle nun neu eingestellte Mitarbeiter marktgerecht, sagte Koch. Schon vor dem Tarifwechsel eingestellte Mitarbeiter hätten keine Einbußen.

          Verdi sieht dagegen in dem Schritt des Konzerns den Versuch, Unternehmensprobleme auf Kosten der Beschäftigten zu lösen. „Es ist unverschämt, von den Beschäftigten zu verlangen, dass sie die Managementfehler der Vergangenheit durch derartige Einschnitte und unverhältnismäßige Lohnkürzungen bezahlen sollen“, sagte Nutzenberger.

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