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33 Prozent Plus : Chinas Automarkt wächst rasant

33 Prozent Absatzplus bei Autos, Lastwagen und Bussen werden auf den Straßen Pekings sichtbar Bild: AFP

33 Prozent Absatzplus machen China auch 2010 zum wohl größten Fahrzeugmarkt der Welt vor den Vereinigten Staaten. Für 2011 erwarten Fachleute aber ein deutlich schwächeres Wachstum als bisher. Dafür gibt es mehrere Gründe.

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          China dürfte 2010 abermals der größte Fahrzeugmarkt der Welt vor Amerika gewesen sein. Der Absatz sei um fast 33 Prozent auf 18,06 Millionen Einheiten gestiegen, teilte der Chinesische Automobilverband CAAM am Montag mit. Im Vorjahr, als China die Vereinigten Staaten zum ersten Mal überholt hatte, betrug der Zuwachs 45 Prozent. Die Werte umfassen auch Lastwagen und Busse.

          Christian Geinitz

          Wirtschaftskorrespondent in Berlin

          Die Auslieferung von Personenwagen einschließlich Mehrzweckfahrzeugen und Geländewagen wuchs den Angaben zufolge um knapp 34 Prozent auf 13,8 Millionen Einheiten. In Amerika stieg die Zahl der Personenwagen 2010 um rund 11 Prozent auf 11,6 Millionen, wobei auch leichte Lastwagen mitgezählt werden.

          Für 2011 erwarten Fachleute in China ein deutlich schwächeres Wachstum als bisher. Der Gesamtmarkt könnte um 11 Prozent auf 20 Millionen zulegen, bei den Personenwagen rechnet man mit einem Zuwachs um 10 bis 15 Prozent. Der Kauf teurer Autos leide unter steigenden Finanzierungskosten und einem schwereren Zugang zu Krediten, heißt es. Bei einfachen Modellen mache sich der Wegfall staatlicher Anreize bemerkbar.

          Bild: dpa

          China wird für immer mehr Hersteller der wichtigste Markt

          So läuft die verringerte Kaufsteuer auf Autos bis zu 1,6 Litern Hubraum aus. Die Industrie fürchtet zudem, dass Chinas Großstädte wegen der Verkehrs- und Umweltbelastungen die Kraftfahrzeugzulassungen beschränken könnten. In Peking ist eine solche Begrenzung seit Jahresbeginn in Kraft. Um den Einschränkungen zuvorzukommen, haben im Dezember viele Kunden ihre Käufe vorgezogen. Den Zahlen zufolge wurden fast 1,7 Millionen Kraftfahrzeuge verkauft.

          Für immer mehr internationale Hersteller ist China der wichtigste Markt. Nissan als größter in China ansässiger japanischer Autobauer hat den Absatz in der Volksrepublik 2010 um 36 Prozent auf 1,02 Millionen Einheiten erhöht. Damit habe man dort erstmals mehr verkauft als in Amerika und auch deutlich mehr als in Japan, teilte das Unternehmen am Montag mit. 2011 wolle man in China 1,15 Millionen Modelle absetzen.

          Die Volkswagen-Gruppe mit den Marken VW, Audi, Skoda, Bentley und Lamborghini wuchs im Absatz um 37 Prozent auf 1,92 Millionen Fahrzeuge. Am stärksten war der Zuwachs bei Skoda mit 47 Prozent. Für VW ist China seit längerem der größte Markt der Welt. Die Gruppe will von 2011 bis 2015 rund 10,6 Milliarden Euro in neue Werke und Produkte in China investieren. Ihr neuer Chef Karl-Thomas Neumann rechnet aber damit, dass der Markt 2011 „abkühlen“ könnte.

          Der VW-Konkurrent General Motors (GM) hat den China-Verkauf 2010 um 29 Prozent auf 2,35 Millionen Fahrzeuge erhöht und will 2011 um 15 Prozent wachsen. Toyotas Auslieferungen nahmen um 19 Prozent auf 846000 zu. Alle ausländischen Autobauer sind zu Gemeinschaftsunternehmen mit chinesischen Gesellschaften gezwungen. Der Partner von VW und GM, SAIC aus Schanghai, gilt einschließlich der gemeinsamen Fertigung als größter Kraftfahrzeughersteller Chinas. Die Gesellschaft setzte 2010 rund 3,6 Millionen Einheiten ab, 31 Prozent mehr als 2009.

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