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Umbruch in der Lufthansa : 2600 Flugbegleiter und 600 Piloten zu viel

Was wird aus der Lufthansa? Bild: dpa

Die Deutsche Lufthansa und die Gewerkschaften Vereinigung Cockpit, Ufo sowie Verdi ringen um die Konditionen für ein Sparpaket: Die Zahlen werden konkret.

          1 Min.

          Die Deutsche Lufthansa und die Gewerkschaften Vereinigung Cockpit, Ufo sowie Verdi ringen um die Konditionen für ein Sparpaket, das zu Gehaltseinbußen und zu einem Stellenabbau führen soll. Dafür hat der Konzern seine Schätzung zum Stellenüberhang in den nächsten drei Jahren konkretisiert.

          Timo Kotowski

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Auf den Flugbetrieb der Muttermarke Lufthansa entfallen demnach 5000 der 22.000 überzähligen Stellen – 600 Piloten, 2600 Flugbegleiter und 1500 Beschäftigte am Boden. Personalvorstand Michael Niggemann rechnete vor, es gebe für jeden siebten Piloten und jeden sechsten Flugbegleiter perspektivisch keine Beschäftigung. „Diese Überkapazitäten könnten sogar noch ansteigen, wenn wir nicht einen Weg finden, mit wettbewerbsfähigen Personalkosten durch die Krise zu kommen“, sagte er.

          Die Lufthansa will bis zum 22. Juni zu einer Lösung kommen. Sie soll zur außerordentlichen Hauptversammlung am 25. Juni vorliegen, wenn die Aktionäre über den Einstieg des Bundes mit 20 Prozent entscheiden.

          Die Gewerkschaften sind zu Zugeständnissen bereit, verlangen aber einen Verzicht auf Entlassungen. Der knappe Zeitrahmen schürt unter Beschäftigten Ängste, dass die Lufthansa doch zu Kündigungen greifen könnte, falls die Einigung nicht in der vom Konzern gesetzten Frist steht.

          Der Beirat der Flugbegleitergewerkschaft Ufo mahnte in einem online veröffentlichten Beitrag Ufo-Mitglieder: „Nur mit einem Krisenbeitrag aller Beschäftigten-Gruppen wird es möglich sein, Lufthansa durch die Krise zu bringen und alle Kollegen an Bord zu behalten.“ Man werde „Maßnahmen beschließen müssen, die für jeden von uns spürbar, aber unumgänglich sein werden“.

          Voraussetzung bleibe aber eine Beschäftigungsgarantie. Da sowieso im Jahr bis zu 900 Mitarbeiter ausschieden, Teilzeitmodelle und unbezahlter Urlaub möglich seien, sei der Stellenabbau sozialverträglich gestaltbar.

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