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26,9 Milliarden Euro Verlust : Royal Bank of Scotland meldet historisches Minus

  • Aktualisiert am

Dramatisch schlechte Zahlen bei der RBS: Die Bank hat den größten Verlust eines Unternehmens in der britischen Wirtschaftsgeschichte gemacht Bild: AFP

Es ist der größte Verlust eines Unternehmens in der gesamten britischen Wirtschaftsgeschichte: Die Royal Bank of Scotland hat im Geschäftsjahr 2008 ein Minus von 26,9 Milliarden Euro gemacht. Dennoch legt die Aktie an der Börse am Morgen um fast 30 Prozent zu.

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          Die einst als Erfolgsmodell gefeierte Royal Bank of Scotland (RBS) hat den größten Jahresverlust eines Unternehmens in der britischen Wirtschaftsgeschichte verbucht. Der Fehlbetrag lag 2008 bei umgerechnet 26,9 Milliarden Euro (24,1 Milliarden Pfund), wie das Geldinstitut am Donnerstag mitteilte.

          Fachleute hatten sogar noch Schlimmeres befürchtet: Die RBS war von ihrem ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Sir Fred Goodwin dermaßen vor die Wand gefahren worden, dass ein Verlust für 2008 von bis zu 28 Milliarden Pfund erwartet worden war.

          Aktien um mehr als 20 Prozent in die Höhe geschossen

          Nach der Bekanntgabe der Zahlen sind die Aktien der mittlerweile teilverstaatlichten RBS deshalb am Donnerstag sogar um mehr als 25 Prozent nach oben geschossen. Ein Aktienhändler sagte: „Verglichen mit den Erwartungen und den Aussagen im Januar sind die Ergebnisse eine Erlösung. Viele hatten befürchtet, dass alles noch viel schlimmer wird.“

          Andere Händler zeigten sich allerdings skeptisch mit Blick auf den Kurssprung. „Es ist nur ein kleiner Puffer, wenn man zwar nicht ganz so schlecht abschneidet wie befürchtet, aber dennoch den größten Verlust eines Unternehmens in der britischen Geschichte verbucht“, sagte ein Börsianer. Wenn eine großteils verstaatlichte Bank mit seinen Vermögenswerten eine Art „Schlussverkauf“ betreibe, hätten Anleger kaum Grund zum Kauf.

          RBS fast komplett unter Staatskontrolle

          Die Royal Bank of Scotland steht nach weiteren staatlichen Hilfen praktisch komplett unter der Kontrolle der Regierung. Der britische Finanzminister Alistair Darling sagte, dass der Staat knapp 70 Prozent der Stimmrechte hält und gemessen am tatsächlichen Einfluss rund mehr als 80 Prozent der Bankanteile hält.

          Die RBS hat sich unter anderem mit der Teilübernahme der niederländischen Großbank ABN Amro sowie mit ihrer aggressiven internationalen Expansion verhoben und kann derzeit nur dank zahlreicher staatlichen Hilfsmaßnahmen überleben. RBS-Verwaltungsratschef Philip Hampton machte für die dramatischen Verluste „unvorhergesehene Turbulenzen“ auf den Finanzmärkten und schlechtere Geschäftsbedingungen weltweit verantwortlich. „Wir verdanken unsere fortgesetzte Unabhängigkeit der britischen Regierung und den Steuerzahlern und sind sehr dankbar für diese Unterstützung“, sagte Hampton. RBS-Vorstandschef Stephen Hester kündigte an, die Bank suche einen Weg, um aus eigener Kraft weiterzubestehen.

          Die RBS kündigte an, toxische Papiere im Umfang von 362,6 Milliarden Euro in einem staatlichen Schutzprogramm zu versichern. Die Bank teilte außerdem mit, dass sie ein umfangreiches Restrukturierungsprogramm plant.

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