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15 Prozent Minus in ersten zwei Monaten : VW erwartet „extrem schwieriges“ Jahr 2009

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Der Vorstandsvorsitzende als Model: VW-Chef Martin Winterkorn posiert im Rahmen der Bilanzpressekonferenz am Donnerstag vor einem Polo Bild: ddp

In den ersten beiden Monaten ist das Geschäft für VW stark eingebrochen: Der Konzern verkaufte 15 Prozent weniger Fahrzeuge, hielt sich aber deutlich über dem Branchendurchschnitt. „Vor uns liegt ein extrem schwieriges Jahr“, konstatiert Vorstandschef Winterkorn. Man wolle jedoch abermals besser abschneiden als die Konkurrenz.

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          Europas größter Autobauer Volkswagen stellt sich wegen der Autokrise auf Einbußen bei Umsatz und Ergebnis ein. Der Umsatz werde 2009 wegen der schrumpfenden Absätze unter dem des Vorjahres liegen, teilte VW am Donnerstag in Wolfsburg mit. Steigende Refinanzierungskosten und ein höherer Absatzanteil von Regionen mit niedriger Marge belasteten das Ergebnis. Deshalb könne das hohe Ergebnisniveau der Vorjahre nicht wieder erreicht werden.

          In den ersten beiden Monaten 2009 verkaufte Volkswagen 15 Prozent weniger Fahrzeuge, während der Weltmarkt um 23 Prozent absackte. „Vor uns liegt ein extrem schwieriges Jahr“, sagte Vorstandschef Martin Winterkorn. Der Konzern wolle allerdings dank zahlreicher neuer Modelle und Einsparungen abermals besser abschneiden als die Konkurrenz. Ein besonderes Sparprogramm will VW nicht auflegen. „Wir bleiben auf der Überholspur und der Tank ist gut gefüllt“, betonte Winterkorn. 2009 sollen 60 neue Modelle und Varianten an den Start gehen.

          Winterkorn will weiter „an die Spitze der Automobilindustrie“

          Im abgelaufenen Jahr steigerte der Wolfsburger Konzern den Gewinn trotz Wirtschaftsflaute um 13,7 Prozent auf 4,7 Milliarden Euro und stockt die Dividende auf. Verglichen mit dem Umsatzplus von 4,5 Prozent auf 113,8 Milliarden Euro legte der Vorsteuergewinn wegen eines Einbruchs im Schlussquartal nur marginal um ein Prozent auf 6,6 Milliarden Euro zu. Weltweit lieferte der Konzern mit den Pkw-Marken VW, Audi, Skoda, Seat, Bentley, Lamborghini, Bugatti, der VW-Nutzfahrzeugsparte und dem schwedischen Lkw-Bauer Scania 6,3 Millionen Fahrzeuge aus.

          An seinen für 2018 gesteckten Zielen hält Volkswagen fest. „Wir wollen mit dem Unternehmen an die Spitze der Automobilindustrie“, sagte Winterkorn. Der Konzern ist drittgrößter Autobauer der Welt und will binnen der nächsten Jahre zum japanischen Weltmarktführer Toyota aufschließen.

          Über den erwarteten Geschäftsverlauf im ersten Quartal machte VW keine Angaben. Finanzchef Hans Dieter Pötsch hatte bereits einen Verlust für das Auftaktquartal nicht ausgeschlossen, da die nötigen Anpassungen in der Produktion vor allem auf diesen Zeitraum entfielen. VW hatte in der letzten Februarwoche erstmals seit 25 Jahren Zehntausende Beschäftigte in Kurzarbeit geschickt. An der Börse legte die VW-Aktie am Donnerstag in einem fallenden Gesamtmarkt um 1,2 Prozent auf 213 Euro zu.

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