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118 Chemie-Tote dokumentiert : Samsung entschuldigt sich für Todesfälle

  • Aktualisiert am

Sieht so Versöhnung aus? Samsung-Electronics-Präsident Kim Ki-Nam und die Opfervertreter geben sich die Hand. Bild: AFP

118 Tote hat es in Samsung-Werken wegen Chemikalien gegeben, behauptet eine Aktivistengruppe. Samsung hat sich offiziell entschuldigt und will Schadenersatz zahlen. Die Kosten könnten in die Millionen gehen.

          Samsung entschuldigt sich offiziell für Krebserkrankungen und Todesfällen unter Hunderten Arbeitern. Der Präsident von Samsung Electronics Kim Ki-Nam äußerte am Freitag laut südkoreanischen TV-Sendern sein Bedauern darüber, nicht „genug gegen potenzielle Gesundheitsrisiken in den Produktionslinien für Chips und LCD-Bildschirme“ getan zu haben. „Wir entschuldigen uns aufrichtig bei denen, die unter Krankheiten gelitten haben, sowie bei den Familien.“ Samsung stimmte zudem einer Regelung über Schmerzensgeldzahlungen zu.

          Der Entschuldigung war ein jahrelanger Streit mit den Opfer-Familien vorangegangen. Beide Seiten hatten in diesem Monat zugestimmt, den Entscheidungen eines Schlichtungskomitee zu folgen und den Streit beizulegen. Samsung erklärte sich dazu bereit, in den nächsten zehn Jahren bis zu 116.000 Euro (150 Millionen Won) Schmerzensgeld an ehemalige und aktuelle Mitarbeiter zu zahlen, wenn deren Erkrankung auf den Umgang mit Chemikalien am Arbeitsplatz zurückgeführt werden kann.

          Aktivisten dokumentieren 118 Todesfälle

          Die Regelung gilt für alle, die seit Mai 1984 in den Halbleiter- und LCD-Anlagen gearbeitet haben. Samsung hatte sich schon einmal im Mai 2014 bei Beschäftigten und ihren Familien entschuldigt, die an Leukämie oder anderen Krebsarten erkrankt waren. Gleichzeitig erkenne man keinen Zusammenhang an zwischen den Krankheiten und den Chemikalien an.

          Eine Aktivistengruppe hatte bis Juni dieses Jahres 320 arbeitsbedingte Krankheitsfälle unter Arbeitern in Samsung-Fabriken dokumentiert. Von den Opfern seien 118 gestorben. Die Zahlen wurden von Samsung nicht bestätigt. Der Konzern will zudem einen Fonds im Volumen von knapp 39 Millionen Euro für die industrielle Sicherheit und Gesundheit einrichten.

          Der Skandal geht auf das Jahr 2007 zurück, als eine Arbeiterin bei Samsung an den Folgen von Leukämie gestorben war. Deren Vater Hwang Sang Gi setzt sich seitdem für die betroffenen Arbeiter und den Familien ein. Er werde die Entschuldigen von Samsung akzeptieren, sagte Hwang am Freitag im Fernsehen. „Schadenersatz ist wichtig, doch wichtiger ist Prävention.“ Hwangs Gruppe fordert von Samsung offenzulegen, welche Chemikalien beim Produktionsprozess benutzt werden.

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