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Konzern-Chef beschwichtigt : 1000 Airbus-Arbeitsplätze in Deutschland hängen am A380

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Diese Airbus-Mitarbeiter in Bremen haben Glück: Sie arbeiten am A350. Bild: dpa

Der A380 ist bald Geschichte. Für 1000 Angestellte in Deutschland ist die Lage unklar. Der Konzern will sie wohl anderweitig einsetzen. Die Bundesregierung ist gelassen. Doch Airbus-Chef Enders will „nichts garantieren“.

          Airbus-Chef Tom Enders sieht gute Chancen für die A380-Beschäftigten, in anderen Bereichen des Luftfahrtkonzerns unterzukommen. „Wir haben ja die Produktion vom A380 stufenweise schon sehr stark zurückgefahren“, sagte er am Donnerstag in einem Interview mit dem Fernsehsender NTV. Man werde nun prüfen, wie viele Mitarbeiter man in andere Airbus-Programme transferieren könne. „Aber garantieren kann ich zum jetzigen Zeitpunkt nichts.“ In den nächsten Wochen werde dies in aller Ruhe mit den Arbeitnehmervertretern diskutiert werden. Er sei sicher, eine Lösung zu finden.

          Auch die Bundesregierung fürchtet durch das Aus des A380 keinen größeren Arbeitsplatz-Abbau in Deutschland. „Der größte Teil der betroffenen A380-Stellen entfällt auf Frankreich. In Deutschland geht es um rund 1000 Jobs“, sagte der Luftfahrt-Koordinator der Bundesregierung, Thomas Jarzombek, am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters. „Wir gehen davon aus, dass sie weitgehend erhalten bleiben und an anderen Flugzeugtypen dann arbeiten, zum Beispiel dem A350, dem neuesten Flugzeug im ganzen Markt, oder dem A330 neo.“

          „Wir machen auch Druck“

          Weil die Nachfrage eingebrochen ist, will Airbus das weltgrößte Flugzeug A380 in zwei Jahren aus dem Programm nehmen. Viele Fluggesellschaften bevorzugen kleinere Modelle, die sich wirtschaftlicher betreiben lassen. Insgesamt sind laut Airbus 3000 bis 3500 Beschäftigte betroffen.

          “Wir reden natürlich mit Airbus und machen auch Druck“, sagte der CDU-Politiker Jarzombek weiter. „Unser Interesse ist, dass sich die Produktion der anderen Modelle im gleichen Verhältnis auf die europäischen Länder verteilt.“ Die A380-Entscheidung komme nicht überraschend. „Airbus hat mit dem A350 ein ganz neues Flugzeug entwickelt, das besonders leicht ist. Da sind sie im Markt sehr gut positioniert. Sie haben also ein Stück weit selbst den Nachfolger für den A380 gebaut. Insofern ist das gar keine Schlappe für Airbus, denn die nächste Generation ist schon entwickelt.“

          Für den Industriestandort sei es eine normale Weiterentwicklung. Der A380-Hauptkunde Emirates sei auch nicht zu Boeing gewechselt, sondern habe seine Orders in andere Airbus-Modelle umgewandelt.

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