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10 Cent mehr für Standardbrief : Post darf das Briefporto erhöhen

Eine Mitarbeiterin der Deutschen Post sortiert Großbriefe im Briefzentrum. Bild: dpa

Die Bundesnetzagentur gibt grundsätzlich grünes Licht, damit darf die Post wie geplant die Preise anpassen. Spüren werden das vor allem Privatkunden und das Kleingewerbe.

          Der Weg für die geplante Erhöhung des Briefportos ist frei. Zum 1. Juli soll das Porto für den Standardbrief von 70 Cent auf 80 Cent steigen, wie die Deutsche Post am Montag mitteilte. Am Mittag hatte die Bundesnetzagentur dem Bonner Dax-Konzern endgültig den schon in Aussicht gestellten Preiserhöhungsspielraum von 10,63 Prozent gewährt, der quer über alle Briefarten verteilt werden darf. Die Post hat die neuen Einzelpreise jetzt bei der Bundesnetzagentur beantragt, was jedoch nur noch als Formsache gilt.

          Christine Scharrenbroch

          Freie Autorin in der Wirtschaft.

          Zwar steigt das Porto für den Standardbrief nicht so stark wie von Beobachtern erwartet, dafür verteuern sich aber auch alle anderen Briefarten. Laut Post soll der Kompaktbrief künftig 95 Cent kosten statt bislang 85 Cent. Der Großbrief wird sich ebenfalls um 10 Cent auf 1,55 Euro verteuern, der Maxibrief steigt von 2,60 Euro auf 2,70 Euro. Ein Drittel mehr müssen die Kunden demnächst für die Postkarte zahlen, deren Porto von 45 Cent auf 60 Cent klettert. Die neuen Preise sollen am 1. Juli in Kraft treten und bis Ende 2021 gelten.

          Rabatte für Großkunden

          Zunächst hatte die Bundesnetzagentur im Januar einen Erhöhungsrahmen von nur 4,8 Prozent errechnet. Doch das Bundeswirtschaftsministerium verschaffte der Post mit einer Änderung der Portoverordnung die Möglichkeit zu höheren Preisen. Im März trat eine neue Methode zur Gewinnermittlung in Kraft, auf deren Basis die Behörde nun einen Preiserhöhungsspielraum von 8,86 Prozent ermittelte. Zudem gibt es für die Post einen Aufschlag, da sie die Porti wegen der verspäteten Entscheidung erst zum 1. Juli und nicht schon zum 1. Januar anheben kann.

          Spüren werden die Preiserhöhungen in erster Linie die Privatkunden und das Kleingewerbe. Für ihre Großkunden passt die Post die Rabatte so an, dass deren Preise bis Jahresende weitgehend stabil bleiben. So wird der Rabatt für den Standardbrief je nach Sendungsmenge auf bis zu knapp 50 Prozent angehoben. Mit den Briefarten, für die bald höhere Preise gelten, erzielte die Post im vergangenen Jahr einen Umsatz von insgesamt 2,8 Milliarden Euro.

          Die Post rechtfertigt die Preiserhöhung mit dem sinkenden Briefvolumen bei gleichzeitig steigenden Kosten. Bei durchschnittlichen monatlichen Portoausgaben von 2,34 Euro je Haushalt sei die Mehrbelastung „vertretbar“, sagte Vorstandsvorsitzender Frank Appel auf der Hauptversammlung.

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