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Neues Geschäftsfeld : 1&1 verkauft jetzt auch Strom

Bei 1&1 gibt’s bald auch Strom zu kaufen. Bild: Frank Röth

Internetanschlüsse, E-Mail-Konten und Handytarife - dafür ist 1&1 bekannt. Der neue Geschäftsbereich hat damit auf den ersten Blick herzlich wenig zu tun.

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          Auf dem deutschen Strommarkt tut sich derzeit einiges. Eon hat seine Kraftwerkssparte Uniper schon an die Börse gebracht. Konkurrent RWE plant für das vierte Quartal den Börsengang seiner Tochter Innogy, in der Vertrieb, Netze und Erneuerbare Energien gebündelt sind. Atom- und Kohlemeiler verbleiben ebenso wie das Energiehandelsgeschäft beim Mutterkonzern.

          Benjamin Fischer
          (bfch.), Wirtschaft

          Auf eben diesen Strommarkt drängt nun auch ein anderer wohlbekannter Name - United Internet. Vertraut dürfte der Konzern aus dem beschaulichen Montabaur im Westerwald den Deutschen vor allem wegen seiner Tochter 1&1 sein. Die vertreibt durchaus werbewirksam vor allem Telefon- und Internetanschlüsse sowie Mobilfunktarife. Auch die E-Mail-Dienste web.de und GMX.de gehören zum Unternehmen von Chef Ralph Dommermuth.

          Jetzt will der Konzern über die 1&1 Energy GmbH auch Strom verkaufen. Auf web.de werden bereits jetzt drei Stromtarife angeboten. „Kombi“, „Bonus“ und „Flex“ heißen sie. Hinter Kombi verbirgt sich ein Ökostromtarif mit einer Vertragslaufzeit von zwei Jahren - als Prämie gibt's ein Ipad obendrauf. Der Flex-Tarif kommt ohne Tablet, ist dafür aber getreu seinem Namen monatlich kündbar. Einen web.de-Account braucht man für alle drei nicht.

          Wechselwilligkeit bei Stromtarif gering

          Die 1&1 Energy GmbH gibt es bereits seit Anfang 2016. Der Handelsregister-Eintrag datiert vom 26. Januar. Die Geschäftsführer Frank Einhellinger und Jan Oetjen sitzen im Vorstand von United Internet und leiten web.de und GMX. Produzieren wird 1&1 den Strom freilich nicht selbst. Wie auch viele Stadtwerke kauft man den Strom einfach an der Strombörse EEX in Leipzig.

          Dass in Montabaur fortan auch in Strom gemacht wird, dürfte kaum einem entgehen. Über 60 Millionen E-Mail-Postfächer haben die Deutschen bei 1&1, web.de und GMX  - und in denen wird wohl bald die Nachricht über den neusten Clou des Hauses eintrudeln.

          Wie groß die Wechselwilligkeit der Kunden wirklich ist, wird sich zeigen. Schon seitdem der Strommarkt 1998 liberalisiert wurde, können die Deutschen ihren Stromversorger frei wählen. Ein wahres Anbieter-Hopping hat das freilich bis heute nicht zur Folge gehabt. Laut dem aktuellsten Bericht der Bundesnetzagentur bezogen 2014 noch rund 76 Prozent der Deutschen ihren Strom beim örtlichen Grundversorger.

          Ein Grund dafür dürfte auch der Fall Teldafax sein. Der Konzern versprach besonders günstige Konditionen - mit dem entscheidenden Nachteil von undurchsichtigen Geschäftsbedingungen. Die Pleite des Unternehmens im Jahr 2011 hinterließ am Ende rund 700.000 Geschädigte.

          Wie die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet, sollen die Stromtarife aber nur der erste Schritt sein. Bei United Internet denkt man vor allem an Dienste rund um das vernetze Haus. Kommt 2020 der intelligente Stromzähler in die Privathaushalte, will man dessen Möglichkeiten nutzen können. Der Zugang durch die Stromtarife sei da nur der erste Schritt.

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