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F.A.Z. exklusiv : Unternehmen in Not erhalten mehr Zeit, um Hilfe zu beantragen

Überbrückungshilfen sind Teil des deutschen Konjunkturpakets. Bild: dpa

Das Finanzministerium hat eine wichtige Antragsfrist verlängert. Zuvor hatten die Steuerberater Alarm geschlagen.

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          Unternehmen in Not erhalten mit ihren Beratern mehr Zeit, die Überbrückungshilfe des Bundes zu beantragen. Das Bundesfinanzministerium stimmte dem Vorschlag von Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) zu, die Antragsfrist bis zum 30. September zu verlängern. Die Verwaltungsvereinbarung und die Vollzugshinweise mit den Bundesländern sollen entsprechend geändert werden.

          Manfred Schäfers
          Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

          Die Überbrückungshilfen sind Zuschüsse zu den Fixkosten der Unternehmen, die sich an der Höhe des Umsatzrückgangs bemessen. Maximal werden 80 Prozent der Fixkosten erstattet – dazu zählen etwa Mieten für Geschäftsräume, Leasingraten und Versicherungen. Je Unternehmen gibt es maximal 150.000 Euro für drei Monate. Das Programm war zunächst bis Ende August befristet.

          Missbrauch verhindern

          Die Überbrückungshilfe ist neben der schon in Kraft getretenen Mehrwertsteuersenkung Eckpfeiler des 130 Milliarden Euro schweren deutschen Konjunkturpakets. 25 Milliarden Euro sind dafür eingeplant.

          Um Missbrauch zu verhindern, sind die Anträge mit Hilfe über Steuerberater Wirtschaftsprüfer oder vereidigte Buchprüfer zu stellen. Bei den Steuerberatern ist derzeit Land unter.

          Der Steuerberaterverband hatte diese Woche in einem Brandbrief an die Bundesregierung nachdrücklich eine Verlängerung der Antragsfrist über den 31. August hinaus angemahnt. „Als erster Ansprechpartner in der Krise sind die Kanzleien durch die Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie mit einem Arbeitsanfall konfrontiert, der ihre Kapazitäten weit übersteigt“, heißt es in dem Schreiben von Verbandspräsident Harald Elster.

          Aktuelle Berichte aus der Praxis zeigten, dass die Stellung eines Antrags auf Überbrückungshilfe eine durchschnittliche Bearbeitungszeit von bis zu acht Stunden erfordere. Hinzu komme, dass es Verzögerungen bei der Registrierung etwa durch Zusendung der erforderlichen Pin auf dem Postweg gebe. „Diese und weitere technische Aspekte dürfen jedoch nicht zu Lasten der Antrag stellenden Unternehmen und der Arbeitsabläufe in den Kanzleien gehen.“

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