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Vor Preisvergabe : Unsere Favoriten für den Wirtschaftsnobelpreis

  • Aktualisiert am

Bild: dpa

Heute wird der Wirtschaftsnobelpreis verliehen. Hier lesen Sie, wem wir ihn verleihen würden, wenn wir dürften.

          Anthony Atkinson

          (empfohlen von Johannes Pennekamp)

          Seit Jahrzehnten erforscht Anthony Atkinson ein Thema, von dem Ökonomen lange nicht viel wissen wollten, das heute aber nicht mehr aus ihrem Fach wegzudenken ist: die soziale Ungleichheit. Als der britische Ökonom 26 Jahre alt war, veröffentlichte er seine ersten Studien dazu, wie man Ungleichheit messen kann. Seitdem ist der Cambridge-Absolvent dem Thema treu geblieben und hat mit seinen Arbeiten einer neuen Generation von Forschern, zu der Emmanuel Saez und Thomas Piketty gehören, den Weg bereitet.

          Anthony Atkinson

          Ob die Ungleichheit wächst, welchen Einfluss sie auf das Wirtschaftswachstum hat und wie sie reduziert werden kann, das alles sind Fragen, die heute eine elementare Rolle in den Wirtschaftswissenschaften spielen. „Tony“ Atkinson hat sich als ein nüchterner, besonnener Forscher hervorgetan, der von Regierungen als Berater geschätzt wird. In seiner britischen Heimat wurde der 71 Jahre alte Spitzenforscher längst in den Adelsstand erhoben, Ritter der französischen Ehrenlegion ist er auch. Warum sollte sein Lebenswerk jetzt nicht auch mit dem Alfred-Nobel-Gedächtnispreis gewürdigt werden?

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          William Baumol

          (empfohlen von Hanno Beck)

          Unter den vielen Ideen, die William Baumol entwickelt hat, dürfte die „Baumolsche Kostenkrankheit“ eine der bekanntesten sein. Sie beruht auf der Erkenntnis, dass es in der Wirtschaft Branchen mit sehr geringen Produktivitätsfortschritten gibt. Wenn nun andere Branchen Produktivitätsfortschritte verzeichnen, dann führt das laut Baumol dazu, dass wegen der allgemeinen Lohnsteigerungen die relativen Kosten der Branche mit geringen Fortschritten steigen - was erklären könnte, warum die Ausgaben für Gesundheit, Bildung und andere Dienstleistungen mit geringem Rationalisierungspotential einen immer größeren Anteil am Inlandsprodukt ausmachen.

          William Baumol

          Ein weiteres wichtiges Arbeitsgebiet Baumols sind seine Ideen zu den „bestreitbaren Märkten“ (contestable markets), die zeigen, welche Rolle Marktzutrittsschranken und potentielle Wettbewerber für Unternehmertum und Wettbewerb spielen. „Ich interessiere mich nicht für Ökonomie als pure Abstraktion, sondern dafür, wie sie uns helfen kann, Probleme zu lösen“, sagt Baumol. Zu vielen Problemen hat der 93-Jährige selbst Lösungsansätze beigetragen. Preiswürdig ist das allemal.

          Harold Demsetz

          (empfohlen von Jürgen Kaube)

          Was unterscheidet einen Ladenbesitzer und seine Angestellten von einem Kunden und seinem Ladenbesitzer? Gängige Antwort: Der eine ist weisungsberechtigt, der andere nicht. Aber was nützt ihm sein Weisungsrecht? Das haben Harold Demsetz und Armen Alchian schon 1972 gefragt. Der Eigentümer kann auf Angestellte, die anders handeln, als er will, einreden, sie feuern oder sie verklagen. Genau das kann ein Kunde mit seinem Ladenbesitzer auch. Der Unterschied: Der Unternehmer vergleicht die vom Team gemeinsam genutzten Beiträge eines jeden Mitarbeiters. Er ist ein Produktivitätsbeobachter, die Firma ein Markt in privatem Besitz.

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