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Unrentable Filialen : Hypo-Vereinsbank streicht 600 Stellen

HVB-Zentrale in München Bild: dpa

Der HVB-Vorstand plant nach Informationen der F.A.Z. einen Stellenabbau im Privatkundengeschäft. In diesem Jahr sollen rund 600 Stellen wegfallen und etwas mehr als ein Dutzend Filialen geschlossen werden.

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          Die Hypo-Vereinsbank (HVB) hat in ihren Filialen die „Wünsche-werden-wahr-Wochen“ ausgerufen. Mit dieser Alliteration sollen die HVB-Mitarbeiter ihren Kunden den „Komfort-Kredit“ zu Sonderkonditionen verkaufen - auch wenn sie persönlich in den kommenden Wochen ganz andere Wünsche haben dürften. Viele Filialmitarbeiter müssen sich Sorgen um ihren Arbeitsplatz machen. Denn der HVB-Vorstand plant einen Stellenabbau im Privatkundengeschäft. In diesem Jahr sollen rund 600 Stellen wegfallen und etwas mehr als ein Dutzend Filialen geschlossen werden. Gespräche dazu will der Vorstand in Kürze mit dem Betriebsrat aufnehmen. Das hat diese Zeitung aus dem Umfeld der zur italienischen Unicredit-Gruppe gehörenden Bank erfahren. Ein Sprecher der HVB wollte die Information am Mittwoch nicht kommentieren.

          Schlechte Aussichten für freigesetzte Bankmitarbeiter

          Henning Peitsmeier

          Wirtschaftskorrespondent in München.

          Auch wenn betriebsbedingte Kündigungen bei der HVB vermieden werden sollen, sind die Aussichten für die freigesetzten Bankmitarbeiter schlecht. Fast überall haben die großen Banken ihr Filialkonzept auf den Prüfstand gestellt. Seit Jahren sind die Institute überbesetzt. Erst in der vorigen Woche hat darauf die Commerzbank reagiert. In Deutschlands zweitgrößter Bank wurden Pläne bekannt, nach denen ein Abbau von mindestens 6000 Stellen vorgesehen ist. Demnach würde fast jede siebte Stelle im Inland wegfallen.

          Das sind nicht die Dimensionen und Verhältnisse der HVB. Gedanken zu ihrem wenig profitablen Privatkundengeschäft machen sich die Münchner schon seit vielen Jahren. Mit ihren gut 600 Filialen und ihren 7000 Mitarbeitern sind sie traditionell nur im Süden und - dank der einst übernommenen Hamburger Vereinsbank - im Norden Deutschlands flächendeckend präsent. Zwischen Elbe und Isar klafft indes eine Lücke, die Privatkundenvorstand Peter Buschbeck mit Hilfe von externen Finanzpartnern schließen will. Derartige Franchiselösungen, wie sie die Restaurantkette McDonald’s in der Gastronomie populär gemacht hat, sind in der deutschen Bankenszene bislang wenig verbreitet.

          Unrentable Filialen sollen geschlossen werden

          Das bestehende Filialnetz will die HVB einerseits an den unprofitablen Standorten ausdünnen. Andererseits hatte Buschbeck im November angekündigt, viele Filialen modernisieren zu wollen. Inzwischen bietet die HVB ihren Kunden auch außerhalb der normalen Öffnungszeiten Beratungsgespräche über Kreditkarten oder Baufinanzierungen per Video-Schaltung an.

          Der gesamte HVB-Konzern strafft derzeit seine Strukturen. Vorstandschef Theodor Weimer will das „Unternehmertum in der Bank“ stärken. Von diesem Jahr an gibt es nur noch die drei Geschäftsbereiche „Corporate & Investmentbanking“, „Unternehmerbank“ und „Privatkundenbank“. Weimer schwebt eine höhere unternehmerische Verantwortung in den Regionen vor. Dieser Umbau geht zu Lasten der Niederlassungsleiter, die in anderen Positionen eingesetzt werden sollen. Einen Stellenabbau bei Führungskräften hat die HVB zuletzt stets verneint. Weimer hatte im November in einem internen Rundbrief die Ausgangslage so beschrieben: „Wir brauchen jede gute Frau und jeden guten Mann in der Bank. Wir wissen aber auch, dass wir mit weniger Managementpositionen auskommen müssen“.

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