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Gedrosselte Stromerzeugung : Kohlekraftwerk droht weniger Nachschub wegen Niedrigwasser

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Wasserdampf steigt aus einem der Kühltürme des Kohlekraftwerks Staudinger bei Großkrotzenburg. Bild: dpa

Weil der Rhein zu wenig Wasser führt, muss der Energiekonzern Uniper seine Stromproduktion drosseln. Auch in Frankreich häufen sich die Probleme.

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          Zu wenig Kohle vor Ort könnte den Energiekonzern Uniper SE zwingen, die Stromproduktion eines Steinkohlekraftwerks zu drosseln. Im Kraftwerk Staudinger 5 im hessischen Großkrotzenburg könnte es bis zum 7. September zu Unregelmäßigkeiten im Betrieb kommen, teilte der Betreiber mit. Ursache ist der niedrige Wasserstand des Rheins, der für Brennstoff ein wichtiger Transportweg ist.

          Der Wasserstand des Flusses steht kurz vor dem Punkt, an dem er für den Transport großer Gütermengen praktisch ausfällt. Durch die niedrigen Wasserstände reduziert sich sowohl die Anzahl noch einsatzfähiger Schiffe als auch die Menge an Fracht, welche die Schiffe befördern können.

          Uniper geht selbst davon aus, dass die Einschränkungen bis September andauern werden, so dass nur noch wenige Wochen bis zum Beginn der kälteren Monate verbleiben, in denen Kohle benötigt wird, um die Lücke wegen der schwindenden Gaslieferungen aus Russland zu schließen.

          Niedrige Flusspegel in Frankreich

          Niedrige Flusspegel wirken sich auch auf die Kernkraftwerke in Frankreich aus. Eine Hitzewelle treibt die Wassertemperaturen in die Höhe und schränkt die Möglichkeiten der Electricite de France SA ein, einige Anlagen zu kühlen.

          Der französische Energieversorger teilte mit, dass die Kraftwerke an den Flüssen Rhone und Garonne in den kommenden Tagen wahrscheinlich weniger Strom produzieren werden, dass aber ein Mindestmaß an Leistung vorhanden sein wird, um das Netz stabil zu halten.

          Kraftwerke benötigen in der Regel Kühlwasser, das in der Regel aus einem nahe gelegenen Fluss oder dem Meer herangeschafft wird, bevor es wieder zurückgeführt wird, und zwar häufig mit einer höheren Temperatur als bei der Anlieferung. Um Fische und andere Wasserlebewesen zu schützen, darf das Wasser nicht zu warm sein.

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