https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/uniper-muss-wegen-niedrigwasser-im-rhein-die-stromproduktion-drosseln-18220477.html

Gedrosselte Stromerzeugung : Kohlekraftwerk droht weniger Nachschub wegen Niedrigwasser

  • Aktualisiert am

Wasserdampf steigt aus einem der Kühltürme des Kohlekraftwerks Staudinger bei Großkrotzenburg. Bild: dpa

Weil der Rhein zu wenig Wasser führt, muss der Energiekonzern Uniper seine Stromproduktion drosseln. Auch in Frankreich häufen sich die Probleme.

          1 Min.

          Zu wenig Kohle vor Ort könnte den Energiekonzern Uniper SE zwingen, die Stromproduktion eines Steinkohlekraftwerks zu drosseln. Im Kraftwerk Staudinger 5 im hessischen Großkrotzenburg könnte es bis zum 7. September zu Unregelmäßigkeiten im Betrieb kommen, teilte der Betreiber mit. Ursache ist der niedrige Wasserstand des Rheins, der für Brennstoff ein wichtiger Transportweg ist.

          Der Wasserstand des Flusses steht kurz vor dem Punkt, an dem er für den Transport großer Gütermengen praktisch ausfällt. Durch die niedrigen Wasserstände reduziert sich sowohl die Anzahl noch einsatzfähiger Schiffe als auch die Menge an Fracht, welche die Schiffe befördern können.

          Uniper geht selbst davon aus, dass die Einschränkungen bis September andauern werden, so dass nur noch wenige Wochen bis zum Beginn der kälteren Monate verbleiben, in denen Kohle benötigt wird, um die Lücke wegen der schwindenden Gaslieferungen aus Russland zu schließen.

          Niedrige Flusspegel in Frankreich

          Niedrige Flusspegel wirken sich auch auf die Kernkraftwerke in Frankreich aus. Eine Hitzewelle treibt die Wassertemperaturen in die Höhe und schränkt die Möglichkeiten der Electricite de France SA ein, einige Anlagen zu kühlen.

          Der französische Energieversorger teilte mit, dass die Kraftwerke an den Flüssen Rhone und Garonne in den kommenden Tagen wahrscheinlich weniger Strom produzieren werden, dass aber ein Mindestmaß an Leistung vorhanden sein wird, um das Netz stabil zu halten.

          Kraftwerke benötigen in der Regel Kühlwasser, das in der Regel aus einem nahe gelegenen Fluss oder dem Meer herangeschafft wird, bevor es wieder zurückgeführt wird, und zwar häufig mit einer höheren Temperatur als bei der Anlieferung. Um Fische und andere Wasserlebewesen zu schützen, darf das Wasser nicht zu warm sein.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Die EU-Länder haben sich vorgenommen, ihren Gasverbrauch um mindestens 15 Prozent zum Frühling zu reduzieren.

          Standpunkt : Wo ist die Energiestrategie gegenüber Russland?

          Es ist, als spielte Europa Schach mit bereits festgelegten Zügen, unfähig, auf Russlands Vorgehen zu reagieren. Dabei gibt es die Möglichkeit, das Heft des Handelns zu übernehmen. Ein Gastbeitrag.
          Unter dem Sand begraben ist derzeit das Mahnmal, das an die Bücherverbrennung der Nationalsozialisten anno 1933 erinnert.

          Wiesn statt Wiesen in München : Die Event-Sucht der Städte

          Brezen und Spiele: Beachvolleyball auf dem Königsplatz, Rammstein auf der Theresienwiese – die Stadt München tut derzeit alles, um sich als coole Spaßhochburg zu verkaufen. Zum Schaden vieler Bewohner.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.