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F.A.Z. exklusiv : Uniper-Betriebsrat bietet Fortum Kooperation unter Bedingungen an

Das Uniper-Kraftwerk Datteln 4 Bild: dpa

Im Streit um die Zukunft des Energiekonzerns will der Betriebsrat an einer Investorenvereinbarung mitverhandeln. Er fordert verbindliche Zusagen: keine Zerschlagung und kein Beherrschungsvertrag.

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          Im Gezerre um den Stromproduzenten Uniper bieten die Arbeitnehmervertreter dem Großaktionär Fortum jetzt eine Kooperation unter Vorbehalt an. Sie fordern eine Investorenvereinbarung, welche die Gewerkschaften mitverhandeln sollen. Das schlägt der Konzernbetriebsratsvorsitzender Harald Seegatz in einem Brief an den Fortum-Vorstandsvorsitzenden Pekka Lundmark vor, welcher der F.A.Z. vorliegt. Lundmark soll demnach frühere öffentliche Aussagen zu seinen Plänen verbindlich festzurren, nämlich dass es keine Zerschlagung und keinen Beherrschungsvertrag geben solle. Auch gegen eine mehrheitliche Übernahme stemmen sich die Betriebsräte – wozu die Fortum-Aussagen bisher unklar sind.

          Klaus Max Smolka

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Die Arbeitnehmer können für sich genommen nichts blockieren, aber eine eventuelle Integration stark erschweren. Lundmark hatte denn auch vor einigen Wochen Betriebsräte getroffen – was offenkundig zu deren Enttäuschung ausging. Der alte Uniper-Vorstand hatte sich gegen eine Übernahme durch die Finnen gewehrt, die Vorstände sind entweder schon abtreten oder haben den Abgang angekündigt. 

          Brief auch an Altmaier

          Kürzlich hatten sie in einem Brief Lundmark vorgeworfen, sein „Verschleiern der Strategie“ aufzugeben, und heftigen Widerstand gegen eine eventuelle Übernahme angekündigt. Das Schreiben ging auch an die deutsche und finnische Regierung: unter anderem Finnlands Ministerpräsidenten Antti Rinne und die jeweiligen Wirtschaftsminister Peter Altmaier und Katri Kulmuni. Fortum wird vom finnischen Staat kontrolliert und hält 49,99 Prozent an Uniper.

          Uniper war 2016 aus der Abspaltung des konventionellen Kraftwerksgeschäfts aus dem Eon-Konzern entstanden. Mitte vergangenen Jahres hatte Fortum den bei Eon verbliebenen Restanteil erworben. Dass die Finnen keine Mehrheit an der früheren Eon-Kraftwerkstochtergesellschaft aufbauen konnten, liegt an einer als „strategisch“ eingestuften Trinkwasseraufbereitung, die Uniper in Russland betreibt und die nicht unter die Obhut eines staatlich kontrollierten Konzerns wie Fortum geraten soll.

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