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Frauenquote : Union bremst Quoten-Pläne der SPD-Ministerinnen

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD). Bild: dpa

Nur langsam steigt die Anzahl an weiblichen Vorstandsmitgliedern. Ob die Notwendigkeit einer gesetzlichen Regelung besteht, beurteilen SPD und Union unterschiedlich.

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          Die Ankündigung der Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) von Frauenquoten in Vorständen stößt in der Union auf Kritik. Der rechtspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Jan-Marco Luczak (CDU), sagte, Unternehmen müssten selbst ein Interesse an einem höheren Frauenanteil in Aufsichtsräten und Vorständen haben. „Eine gesetzlich festgelegte Geschlechterquote für den Vorstand stellt allerdings einen erheblichen Eingriff in die unternehmerische Freiheit und die operative Unternehmensführung dar“, sagte Luczak, „deswegen sieht der Koalitionsvertrag eine entsprechende Regelung auch nicht vor.“ Außerdem müsse man noch eine Evaluierung der geltenden Regelungen durch das Familienministerium abwarten.

          Hendrik Wieduwilt

          Redakteur der Wirtschaft in Berlin, zuständig für „Recht und Steuern“.

          Tillmann Neuscheler

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Laut Koalitionsvertrag wollen die Regierungsparteien, „ein besonderes Augenmerk auf Unternehmen ohne Frauen in Führungspositionen legen, die sich eine Zielgröße ,null‘ geben“, und „sanktionieren entsprechend den Bestimmungen des § 335 Handelsgesetzbuch“ – also durch Ordnungsgelder. Allerdings hatte Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) im November Quoten ins Spiel gebracht, schon damals zum Unbill der Union. Giffeys Pressestelle wollte keine weiteren Details zum Vorhaben nennen.

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