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Bundessozialgericht : Auch Arbeiter auf Probe genießen Unfallschutz

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Warnwesten und Schutzhelme: Auch Probearbeiter sind unfallversichert Bild: dpa

Wer kurzfristig und nur auf Probe bei einem Unternehmen arbeitet und sich verletzt, hat trotzdem Anspruch auf Leistungen der gesetzlichen Unfallversicherung.

          Arbeitssuchende sind an Probearbeitstagen gesetzlich unfallversichert. Das hat das Bundessozialgericht (BSG) in Kassel am Dienstag entschieden. In dem konkreten Fall aus dem Raum Halle (Saale) hatte ein 39-Jähriger geklagt, der bei einem Entsorger von Lebensmittelabfällen einen Tag probeweise gearbeitet und sich bei einem Sturz schwer am Kopf verletzt hatte.

          Er habe dabei als sogenannter Wie-Beschäftigter unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung gestanden, erklärte das BSG, das den Fall unter dem Aktenzeichen B 2 U 1/18 R verhandelt hatte. Die Arbeit auf Probe wie in diesem Fall ist etwas anderes als die Probezeit für neu eingestellte Mitarbeiter.

          Die Berufsgenossenschaft Handel und Warenlogistik hatte die Anerkennung als Arbeitsunfall abgelehnt, weil der Mann nicht in den Betrieb eingegliedert gewesen sei. Das sahen auch die Richter in der Vorinstanz so.

          Laut einer Pressemitteilung des Bundessozialgerichts sei es bei dem Probearbeitstag nicht nur um die Jobsuche des Arbeiters gegangen. Der Arbeiter habe darüber hinaus eine Tätigkeit mit wirtschaftlichem Wert für das Unternehmen erbracht – und sei damit ein Wie-Beschäftiger, wie das Gericht es bezeichnete. „Das ist ein bisschen weniger als ein normales Beschäftigungsverhältnis“, erklärte der Vorsitzende Richter. Klassische Fälle von Wie-Beschäftigung seien beispielsweise das Mitarbeiten bei der Obsternte und das Ausführen eines Hundes.

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