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Unbenutzte Flut-Tore : In Venedig verrostet der Überschwemmungsschutz

Folge von Versäumnissen? Die Menschen in Venedig leiden unter dem Hochwasser. Bild: dpa

Hinter den schlimmen Überschwemmungen stehen wirtschaftliche Fehlentscheidungen: Teure Flut-Tore funktionieren nicht. Die Anlage steht still und veraltet, ohne je in Betrieb genommen worden zu sein.

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          Das Projekt für den Hochwasserschutz entzweit noch immer die Stadt Venedig. Das Vorhaben namens „Mose“ war eigentlich dazu geplant, die Lagune von Venedig vor genau den außerordentlichen Überschwemmungen schützen, wie sie die Stadt am späten Dienstagabend und wieder am Sonntag erlebt hat. Jetzt gibt es Streit: War es richtig, sich 1982, dann noch einmal 2003 und 2006 für das Projekt der auf dem Meeresgrund liegenden Flut-Tore zu entscheiden? Warum konnten die schon vor Jahren installierten Tore nicht schon vor Abschluss des Projektes die Stadt vor der verheerenden Überschwemmung schützen? Werden sie je funktionieren?

          Tobias Piller

          Wirtschaftskorrespondent für Italien und Griechenland mit Sitz in Rom.

          Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte stellt pragmatische Überlegungen in den Vordergrund: „Wir sind im Endspurt, das Bauwerk ist zu 93 Prozent fertig. Es war aufwendig, es gab viel Polemik und Skandale. Wenn wir aber nun überlegen, was im öffentlichen Interesse ist, dann gibt es keine andere Entscheidung, als das Projekt fertigzubauen.“ An den drei Verbindungen zwischen der Lagune und dem offenen Meer liegen schon 78 bewegliche Flut-Tore auf dem Meeresgrund, 20 Meter breit und zwischen 20 und 30 Meter lang, die bei Bedarf zum Schutz der Stadt auftauchen und die Lagune abriegeln sollen.

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