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Gefahr bei Ostwind

Text von MICHAEL MARTENS
Fotos von FRANK RÖTH

12. August 2021 · China investiert in Serbiens Schwerindustrie. Das rettet Arbeitsplätze – und gefährdet Menschenleben.

Kein Zaun, keine Schranke, nicht einmal ein Warnschild: Die Hauptstraße von Bor endet plötzlich im Nichts. Ein riesiger Krater tut sich auf, das Berliner Olympiastadion hätte Platz drin. Der Schlund ist gefräßig, Teile eines aufgegebenen Hauses sind hineingestürzt. Die Chinesen haben dennoch nah am Abgrund gebaut. Kaum mehr als zwanzig Meter von der Abbruchkante entfernt steht ein Komplex aus Wohncontainern für chinesische Arbeiter, gesichert durch eine stacheldrahtbewehrte Mauer, von Kameras überwacht. „Das ist die Kantine von denen“, behauptet ein Mann, der im Nebenhaus in seinem Garten sitzt. Eine Kantine? Bewacht wie Fort Knox? „Die behandeln ihre eigenen Leute wie Gefangene“, sagt der Mann.

Eine Abraumhalde bei Bor
Eine Abraumhalde bei Bor

Bor ist eine Bergbaustadt im Osten Serbiens unweit der Grenze zu Bulgarien. Seit Generation leben die Menschen hier von dem, was sie aus der Erde holen. Die Folgen sind allgegenwärtig. Abraumhalden, Tagebaulöcher, Fördertürme prägen die Landschaft. Zeitweilig waren die Kupferminen von Bor die größten Europas, bedeutend sind sie immer noch. Deshalb ist Bor seit einiger Zeit nicht mehr allein eine serbische, sondern auch eine chinesische Stadt. Vor nicht ganz drei Jahren übernahm die chinesische Zijin Mining Group den noch aus sozialistischen Zeiten stammenden Bergbaubetrieb von Bor. Die Chinesen setzten sich gegen Mitbewerber aus Kanada und Russland durch. Zijin Bor Copper, die in Serbien gegründete Tochterfirma des chinesischen Konzerns, sagte dem serbischen Staat zu, innerhalb von sechs Jahren mehr als eine Milliarde Euro in den Ausbau der Förderung zu investieren, alle bestehenden 5000 Arbeitsplätze zu erhalten und die mehr als 170 Millionen Euro Schulden zu begleichen, die der alte Bergbaubetrieb angehäuft hatte.

Denkmäler aus der Zeit des sozialistischen Jugoslawiens
Denkmäler aus der Zeit des sozialistischen Jugoslawiens

Die Arbeitsplätze bestehen tatsächlich noch, auch die Schulden wurden bezahlt, und investiert wird kräftig, doch Toplica Marjanović ist trotzdem nicht zufrieden. Fast vierzig Jahre hat er im Bergbau von Bor geschuftet, nun ist er Rentner, aber der Betrieb, dem er ein Arbeitsleben lang verbunden war, lässt ihn nicht los. Er macht sich Sorgen. Denn die Chinesen haben zwar den von der Schließung bedrohten Bergbau in der Region gerettet, aber der Preis dafür ist hoch. „Wir haben jetzt oft Konzentrationen von Schwefeldioxid in der Luft, die gesundheitsgefährdend sind“, sagt Marjanović. „Man kann es fühlen, wenn viel Schwefeldioxid in der Luft ist. Es brennt, die Augen tränen, es ist auch in den Lungen zu spüren.“ Wir sitzen in einem Café am Rande des Stadtzentrums, als Herr Marjanović das sagt, aber an diesem Tag ist überhaupt nichts zu spüren in der Luft. „Weil wir Nordwind haben“, erklärt Marjanović. „Wenn die Produktion in der Kupferschmelze hochgefahren ist und der Wind von Süden oder Osten her weht, ist es ganz anders.“ Außerdem gehe es nicht nur um Gefahren, die man riechen könne. „Wir haben täglich eine konstant hohe Arsenkonzentration in der Luft. Das spürt man nicht. Und wenn man es spürt, ist es zu spät, weil man krank ist.“ Die Arsenkonzentration übersteige die staatlich festgelegten Grenzwerte regelmäßig um das Zehnfache, in Einzelfällen sogar um deutlich mehr, berichtet Marjanović.

Der Meteorologe Milenko Jovanović
Der Meteorologe Milenko Jovanović
Das bestätigt der Meteorologe Milenko Jovanović, der bei Serbiens Umweltschutzbehörde viele Jahre lang die für die Messung der Luftqualität zuständige Abteilung leitete. „Katastrophal“ sei die Lage in Bor und der Arsengehalt in der Luft ein besonders großes Problem: „Arsen ist eine der krebserregendsten Substanzen überhaupt. In Bor beträgt die Konzentration mehrmals im Jahr bis zum Fünfzigfachen des Erlaubten.“ Durch die massive Steigerung der Förderung in den Minen und vor allem durch das Hochfahren der angeschlossenen Kupferschmelze ohne angemessene Filteranlagen ist die Luft in Bor stark belastet. Regelmäßig zeigen die Messstationen von Jovanovićs Behörde stark erhöhte Schadstoffkonzentrationen für die Luft in Bor an. An einem Tag im Juli 2019 zeichneten sie statt des in Europa geltenden Grenzwerts von 350 Mikrogramm pro Kubikmeter selbst im Stadtpark mehr als das Dreifache der zulässigen Höchstbelastung auf. Erhöhte Messwerte meldet Bor deutlich häufiger als jene 24 Mal im Jahr, an denen die Überschreitung des Grenzwerts laut europäischen Standards zulässig ist.

Marjanović befürchtet, dass es noch schlimmer werden könnte. „Westlich von Bor gibt es wunderschöne Natur mit Wasser von ausgezeichneter Qualität, das noch nicht verschmutzt ist. Aber auch dort finden inzwischen geologische Erkundungsarbeiten für den Abbau von Bodenschätzen statt.“ Viele Dörfer in der Umgebung seien längst von den Schäden betroffen. „Die aktiven Minen befinden sich nördlich der Stadt. Es gibt dort auch Deponien für Bergbauabfälle. Der Wind wirbelt giftigen Staub von diesen Deponien auf, der Pflanzen, Tiere und Menschen gefährdet.“ Alle wüssten das. Darauf müsse man auch beim Kauf von Gemüse und Obst auf dem Wochenmarkt achten. „Die Verkäufer sagen alle, sie kämen aus Dörfern, die nicht betroffen sind, aber darauf sollte man sich nicht verlassen.“ Am besten sei es, bei Bauern zu kaufen, die man persönlich kenne.

Eine Abraumhalde bei Bor
Eine Abraumhalde bei Bor

Dass ausländische Investoren die Umwelt der Region belasten, ist nichts Neues in Bor. Kurz nach der vorvorigen Jahrhundertwende, als die systematische Ausbeutung der Kupfervorkommen hier begann, erst im Tagebau und später auch unterirdisch, kamen zunächst die Franzosen. Die französischen „Mines de Bor“ brachten schon vor einem Jahrhundert eine hohe Verschmutzung der Gewässer mit sich. Die Landwirtschaft litt darunter, und 1935 erhoben sich mehrere Tausend Bauern gegen die Investoren. Jugoslawiens Regierung ließ die Rebellion niederschlagen, es gab Tote.

Als wenige Jahre später die deutsche Wehrmacht in Jugoslawien einmarschierte, sollte es noch schlimmer kommen. Hitler hatte einen Angriff auf Jugoslawien anfangs auch wegen der Bodenschätze von Bor vermeiden wollen. Seine Sorge: Falls sich seine Truppen der Stadt nähern würden, könnten die Serben das gesamte Minensystem, damals das bedeutendste Kupferbergwerk Europas, in die Luft jagen. Die deutsche Kriegswirtschaft war jedoch auf Kupfer aus Bor angewiesen. Als Hitler im März 1941 den Angriff auf Jugoslawien schließlich doch anordnete, hieß es in seinem Befehl: „Die baldige Öffnung des Donau-Verkehrs und die Besitznahme der Kupfergruben von Bor sind aus wehrwirtschaftlichen Gründen wichtig.“ Der Krieg dauerte kaum zwei Wochen, doch gelang es den Verteidigern wie in Berlin befürchtet, die Anlagen unbrauchbar zu machen, bevor die ersten deutschen Truppen ankamen. Erst mehr als ein halbes Jahr später konnte die Produktion der „Bor Kupferbergwerke und Hütten AG“, wie das Werk nun bis zum Abzug der Deutschen im September 1944 hieß, wiederaufgenommen werden. Russische Kriegsgefangene und später auch Tausende ungarische Juden wurden als Zwangsarbeiter eingesetzt.

Im Vergleich zu jenen dunklen Zeiten sind die heutigen Schwierigkeiten mit den Chinesen natürlich fast belanglos – aber harmlos sind sie eben auch nicht. Wirtschaftlich war das chinesische Engagement von Beginn an erfolgreich, das bestreitet auch Marjanović nicht: „Es ist gut, dass die Chinesen da sind.“ Weder er noch sonst jemand in Bor will die Chinesen loswerden. Zumindest sagt es niemand. Kein Wunder, denn ohne den Bergbau wäre die Stadt nichts, und nachdem die nach europäischen Maßstäben als unrentabel geltenden Minen jahrelang bedroht waren, investiert Zijin nun kräftig, gibt der Stadt neue Hoffnung.

Ausblick auf die Stadt Bor mit Industrieanlagen im Hintergrund
Ausblick auf die Stadt Bor mit Industrieanlagen im Hintergrund

Chinesische Investoren als Segen in einem abgewirtschafteten Zentrum der Schwerindustrie, das ist nicht nur in Bor so. Im Juni 2016, als der chinesische Präsident Xi Jinping zu einem dreitägigen Staatsbesuch nach Serbien kam, bildete eine Besichtigung des kurz zuvor von einem chinesischen Investor übernommenen Stahlwerks in Smederevo bei Belgrad den feierlichen Abschluss. Auch dort steigt die Produktion seither. Von einer „eisernen Freundschaft“ zwischen China und Serbien ist in regierungstreuen serbischen Medien seither die Rede. In den ersten acht Monaten des vergangenen Jahres führten die zwanzig größten Exporteure Serbiens Waren im Wert von 2,4 Milliarden Euro aus. Nach dem Stahlwerk Smederevo lag Zijin auf Platz zwei. Bor geht es wirtschaftlich besser als noch vor einigen Jahren, das spürt man in der Stadt. Mit wem man auch spricht, alle sagen: Die Chinesen sollen bleiben. Aber eine wachsende Gruppe von Menschen fordert auch, dass chinesische Konzerne sich an Umweltauflagen halten und Serbien nicht wie eine Müllkippe behandeln.

Bei einer Fahrt durch die Umgebung von Bor wird deutlich, was Marjanović Sorgen bereitet. Er führt uns an zwei Seen, den roten See und den grünen See, wie sie hier genannt werden. Vor allem der rote See ist eine apokalyptische Landschaft. Eine kleine Insel mit zwei abgestorbenen Bäumen in rostrotem Wasser erinnert an Szenen aus dystopischen Endzeitfilmen. Hier lebt nichts mehr. In den roten See fließe Wasser aus den Abraumdeponien der Bergwerke, der grüne See sei grün durch Rückstände aus der Kupferschmelze, erklärt Herr Marjanović. Viele Flüsse und Bäche der Gegend sehen ähnlich aus. Tot und fischlos sind sie schon lange. Schwierigkeiten mit der Luft und den Gewässern von Bor habe es zwar auch schon in Jugoslawien gegeben, gibt Herr Marjanović auf Nachfrage zu – doch die Belastung durch Schwermetalle und Arsen sei viel höher als damals. „Außerdem wurde in Jugoslawien die Produktion heruntergefahren, wenn Grenzwerte überschritten waren.“ Wer in Erinnerung hat, wie brutal sich andere sozialistische Staaten über jedweden Umweltschutzgedanken hinwegsetzten, wird den Verdacht nicht los, dass Marjanović die Rücksichtnahme der jugoslawischen Staatswirtschaft auf Mensch und Natur nachträglich etwas idealisiert. Doch selbst wenn es so wäre: Die heutige Schadstoffbelastung in Bor ist nachweisbar und unbestritten.

Totes Land, totes Wasser: der „rote See“

Toplica Marjanović glaubt zu wissen, woran das liegt: „Unsere neuen Gesetze schützen in erster Linie die Interessen des Staates und der Investoren, nicht die der lokalen Bevölkerung.“ Dagegen regt sich inzwischen jedoch Widerstand. Im September vergangenen Jahres demonstrierten mehr als zweitausend Menschen in Bor gegen die Luftverschmutzung. „Stoppt die Verbrechen gegen die Kinder von Bor“, lautete eine Losung. Der chinesische Direktor von Zijins serbischer Tochterfirma wurde mit dem Eingeständnis zitiert, die Kupferschmelze in Bor sei tatsächlich die Quelle der Luftverschmutzung, man arbeite an einer Lösung. Doch die Grenzwerte werden weiterhin überschritten. „Die Chinesen sind total verschlossen“, sagt Marjanović. Wer Fragen an Zijin habe, werde aufgefordert, sie per E-Mail an das Unternehmen zu schicken. „Aber da kommt nie eine Antwort.“

Im Januar dieses Jahres geriet Zijin wieder ungewollt in die Schlagzeilen, als etwa fünfzig Chinesen in Bor gegen ihre Arbeitsbedingungen demonstrierten. Sie klagten über 14-Stunden-Arbeitstage ohne freie Wochenenden, schlechtes Essen, Mangel an Schutzkleidung und Verhältnisse wie in einem Gefängnis. Das investigative Nachrichtenportal BIRN gelangte an Videoaufnahmen aus den abgeschotteten Wohncontainern der Arbeiter. Die Bilder zeigen enge Kammern mit Mehrstockbetten für zehn Personen und verdreckten Toiletten. Einige Arbeiter beklagten sich gegenüber dem Portal, sie hätten in China keine Arbeitsverträge bekommen, sondern leere Blätter unterzeichnen müssen und wüssten bis heute nicht, was ihren Unterschriften nachträglich hinzugefügt worden sei. In Serbien seien ihnen dann die Pässe abgenommen worden. Die Schlafquartiere dürfe man nur zum Arbeiten verlassen, andernfalls drohten Lohnabzüge.

Möglich werden solche Zustände, die Zwangsarbeit vielleicht mehr als nur ähnlich sehen, auch durch ein Abkommen zwischen Peking und Belgrad, laut dem das serbische Arbeitsschutzgesetz für chinesische Arbeiter in Serbien nicht gilt. Tausende Arbeiter aus China, die für Großprojekte eingeflogen werden, sind damit der Willkür ihrer chinesischen Arbeitgeber ausgesetzt. Baustellen und Firmengelände chinesischer Investoren in Serbien werden so nach europäischen Maßstäben zu einem rechtsfreien Raum. Wer wundert sich da noch über Stacheldraht und Mauern?

Allerdings scheint sich die Lage in Bor nach den Protesten im Januar gebessert zu haben. Chinesische Arbeiter gehören jedenfalls so selbstverständlich zum Stadtbild, dass sie kein Aufsehen erregen. Zijin-Manager verbringen Zeit in Cafés und Restaurants der Stadt, Arbeiter tragen in riesigen Taschen Einkäufe aus lokalen Supermärkten in ihre Quartiere. Wie die Chinesen dort leben, weiß man freilich immer noch nicht in Bor. „Um ihre Wohnsiedlungen haben sie hohe Mauern gezogen. Selbst als ich noch gearbeitet habe, bin ich da nicht herangekommen“, erinnert sich Marjanović. Allerdings habe er sich mit den chinesischen Kollegen ohnehin nicht unterhalten können, wegen der Sprachbarriere.

Ein Teil der Wohnsiedlung der chinesischen Arbeiter in Bor
Ein Teil der Wohnsiedlung der chinesischen Arbeiter in Bor

Die gegenseitige Unkenntnis führt in Bor immer wieder zu Missverständnissen, von denen eines unlängst ganz Serbien beschäftigte. Im Juni erregte ein auf Facebook veröffentlichtes Video die Öffentlichkeit, auf dem zu sehen ist, wie zwei Chinesen in Bor einen Straßenhund in ein Auto tragen und wegfahren. Eine serbische Passantin hatte die Szene gefilmt. Die Folge: Empörung, Shitstorm, Lynchmordaufrufe. „Die Chinesen essen unsere Hunde“, hetzte das Netz. Als ein Lokaljournalist der Sache nachging, ergab sich freilich eine harmlose Auflösung. Der Chinese, der den Hund in sein Auto getragen hatte, ein Bauingenieur auf einer der Minen, hatte das Tier zum Veterinär gebracht und aufgepäppelt. Es war schon der vierte Straßenhund, den er adoptiert hatte.

Toplica Marjanović ist kein Mensch, der in Klischees denkt. Immer wieder macht er während unserer Gespräche und bei der Fahrt durch die Gegend deutlich, dass er weder gegen die chinesischen Arbeiter noch gegen die Investoren aus China etwas habe. Aber es müsse doch möglich sein, zu investieren, ohne das Lebensumfeld der Menschen in Bor zu zerstören.

Der lokale Umweltaktivist Toplica Marjanović will, dass Bor auch für seine Kinder und Enkelkinder lebenswert bleibt.
Der lokale Umweltaktivist Toplica Marjanović will, dass Bor auch für seine Kinder und Enkelkinder lebenswert bleibt.

Marjanović steht nicht allein mit solchen Gedanken. Um Gehör zu finden, haben sich mehrere Initiativen in der Stadt zusammengetan. „Wir versuchen, eine ökologische Koalition zu bilden. Wir treffen uns jeden Monat und richten Fragen oder Empfehlungen an die Behörden“, beschreibt Marjanović die Initiative. Bisher ist der Erfolg ausgeblieben. Der Bürgermeister hört nur auf Weisungen aus Belgrad und rührt sich nicht. In Belgrad will man unbedingt vermeiden, die Chinesen zu verärgern.


„Das Problem liegt in der mangelnden Reaktion des Staates. Die Investoren tun, was der Staat ihnen erlaubt – und der schaut weg.“
TOPLICA MARJANOVIĆ

Es gehe deshalb nicht in erster Linie um die Chinesen, sagt Marjanović. „Die verhalten sich wie andere Investoren auch. Sie suchen Länder, in denen es keine strengen Umweltschutzauflagen gibt oder wo sie nicht durchgesetzt werden.“ Deshalb sei vor allem der serbische Staat gefragt, zumal der weiterhin Mitbesitzer der Minen sei. Doch es sei immer dasselbe, wenn wieder einmal erhöhte Schadstoffwerte gemeldet werden: „Der Staat schickt einen Inspektor, der ordnet einige Maßnahmen an und schreibt einen Bericht. Aber wenn überhaupt Geldbußen verhängt werden, sind sie minimal, oft sogar unterhalb der gesetzlich festgelegten Mindestsumme.“ Eine abschreckende Wirkung habe das nicht, und nach einigen Wochen gehe das gleiche Spiel von vorn los. „Das Problem liegt in der mangelnden Reaktion des Staates. Die Investoren tun, was der Staat ihnen erlaubt – und der schaut weg.“ Bleibt es dabei, könnte sich das chinesische Engagement in Bor als tödlicher Segen erweisen.


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Quelle: F.A.S.

Veröffentlicht: 05.08.2021 15:12 Uhr