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Deutsche Wälder : Jetzt geht es ans Kaminholz

Gefährdete Ressource: der deutsche Wald Bild: Daniel Pilar

Der Wald leidet – nicht nur unter der Hitze, sondern auch unter unserem Konsumverhalten. Dass Holz in Kaminen verbrennt, halten Umweltschützer für Frevel. Sie fordern: Lasst den Wald in Ruhe.

          3 Min.

          Wenn Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) im September zum nationalen Waldgipfel lädt, dann wird es vor allem um zwei Dinge gehen: Wie viel Geld stellen Bund und Länder bereit, um die Schäden nach den heißen Sommern 2019 und 2018 zu beheben? Und welche Baumarten sollten für die Wiederaufforstung zum Einsatz kommen, die mit Hitze besser umgehen können? Aus der Sicht von Naturschützern greift das jedoch zu kurz: Sie fordern eine breitere Diskussion auch über die Art und Weise, wie wir den Wald wirtschaftlich nutzen.

          Julia Löhr
          Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.

          „10 Prozent des gesamten Waldes sollten nicht bewirtschaftet werden“, fordert Heinz Kowalski, Präsidiumsmitglied des Naturschutzbunds Nabu. In unbewirtschafteten Flächen sei das Ökosystem nachweislich stabiler, der Insektenbefall geringer, die Selbstheilungskräfte größer. Wie viel Prozent des Waldes derzeit nicht bewirtschaftet werden, dazu gibt es unterschiedliche Zahlen. Das Bundesamt für Naturschutz, das zum Bundesumweltministerium gehört, spricht von 2,8 Prozent, Klöckners Landwirtschaftsministerium dagegen von 5,6 Prozent. Deutschland hatte sich 2007 für das Jahr 2020 zum Ziel gesetzt, 5 Prozent der Waldfläche der Natur zu überlassen.

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