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Umweltministerin Schulze : Die Frau fürs Klima

Svenja Schulze, 50, ist 1988 in die SPD eingetreten, hat danach Germanistik und Politikwissenschaften studiert und in der Werbebranche gearbeitet. 1997 wurde sie erstmals in den Landtag in Düsseldorf gewählt. Seit anderthalb Jahren ist sie Umweltministerin. Bild: Jens Gyarmaty

Svenja Schulze wurde eher zufällig Umweltministerin. Jetzt spielt sie plötzlich eine entscheidende Rolle im Überlebenskampf der Koalition – denn alle Blicke sind auf den Klimaschutz gerichtet.

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          Kaum etwas brachte Umweltministerin Svenja Schulze in ihrem politischen Leben bisher so viel Glück wie der Tag, an dem ihre Partei tief abstürzte. Bloß noch 15,8 Prozent bekam die SPD bei der Europawahl am 26. Mai, das galt damals als kaum noch zu unterbietender Tiefststand. Über die Zahl an sich wird Schulze kaum gejubelt haben, zumal das miese Resultat eine langjährige Weggefährtin zu Fall brachte: die damalige Partei- und Fraktionschefin Andrea Nahles.

          Ralph Bollmann

          Korrespondent für Wirtschaftspolitik und stellvertretender Leiter Wirtschaft und „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in Berlin.

          Bei aller Trauer über das SPD-Debakel erkannte Schulze sofort die Chance, die darin für sie als Ressortchefin steckte. Denn den zweiten Platz im Parteienspektrum hatten ausgerechnet die Grünen von der SPD übernommen. Geschafft hatten sie das vor allem mit der Warnung vor dem Klimawandel. Der zweite heiße Sommer in Folge zeichnete sich ab, in Bayern hatte gerade ein Volksbegehren gegen das Bienensterben Erfolg gehabt. Tausende Schüler folgten dem Vorbild von Greta Thunberg und demonstrierten für die Zukunft des Planeten. Und der Youtuber Rezo hatte zur Zerstörung der einstigen Volksparteien aufgerufen, wegen deren umweltpolitischer Untätigkeit.

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