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Kommentar zum 5-Punkte-Plan : Plastiklob

  • -Aktualisiert am

Svenja Schulze (SPD), Bundesumweltministerin, stellt ihren Fünf-Punkte-Plan für weniger Plastik und mehr Recycling vor. Bild: dpa

Umweltministerin Schulze handelt mit ihrem 5-Punkte-Plan gegen Plastikmüll vorschnell. Ideologische Vorbehalte schaden der Umwelt. Es wird Zeit, die Vorbehalte über Bord zu werfen.

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          „Kunststoffe sind wichtige Werkstoffe, die häufig sogar ökologische Vorteile gegenüber anderen Materialien haben.“ Ja, dieser Satz findet sich im neuen 5-Punkte-Plan, mit dem Umweltministerin Svenja Schulze schon die nächste Runde im Kampf gegen Plastikmüll einläutet.

          Die richtigen Schlüsse zieht die Sozialdemokratin aus dem Plastiklob ihres Hauses nicht. Dann würde sie erst einmal die Wirkung der 2019 stark steigenden Recyclingquoten und der neuen EU-weiten Einwegverbote abwarten. Stattdessen heizt sie mit der Erwägung weiterer Verbote, zusätzlicher Lasten für Hersteller und teurer Bürokratie die Debatte einseitig an.

          Wie beim Diesel gewinnen so zunehmend jene die Deutungshoheit, die einen generellen Bannfluch gegen Plastik fordern. Mit solcher Verteufelung ist für die Umwelt nichts gewonnen, oft ist die Ökobilanz vorschnell erzwungener Ersatzmaterialien sogar schlechter.

          Richtig bleibt Schulzes Ziel, Abfallmengen zu senken und zu verhindern, dass Plastik in der Umwelt landet. Warum verzichtet sie dazu aber auf stärkere energetische Nutzung, also umweltschonende und kostengünstige Verbrennung? Ideologische Vorbehalte schaden der Umwelt. Es wird Zeit, sie über Bord zu werfen.

          Heike Göbel

          Verantwortliche Redakteurin für Wirtschaftspolitik, zuständig für „Die Ordnung der Wirtschaft“.

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