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Umfragen : Unter den Managern wächst die Angst

Ungewisse Schatten: Die befragten deutschen Manager sind skeptisch, wenn es um den Einsatz neuer Technologien geht. Bild: Picture-Alliance

Die Konjunkturerwartungen sinken, die Stimmung in Deutschland ist unterdurchschnittlich. Zwei Umfragen geben Anlass zur Sorge.

          6 Min.

          Die Wirtschaft blickt mit Skepsis in die Zukunft. Politische Risiken rücken in den Vordergrund, immer weniger Manager rechnen für die kommenden zwölf Monate mit einer Belebung der Weltkonjunktur. Nur die Zuversicht für das Wachstum der eigenen Unternehmen bleibt stabil. Dies gilt auch für die Jahresprognose der deutschen Manager, von denen 35 Prozent (Vorjahr: 33 Prozent) sehr zuversichtlich sind, in den kommenden zwölf Monaten Wachstum zu erzielen. Deutlich eingetrübt ist jedoch die Zuversicht für die nächsten 36 Monate: 70 Prozent der deutschen Führungskräfte sehen hier mehr Gefahren als Chancen für das Wachstum des eigenen Unternehmens – so viele wie nirgendwo sonst in der Welt.

          Dies ergibt sich aus einer Befragung unter rund 1300 führenden Managern aus 77 Ländern für den 18. „Global CEO Survey“ der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PWC. Die Ergebnisse wurden unmittelbar vor Beginn des Weltwirtschaftsforums in Davos vorgelegt. „Umwälzende Veränderungen durch neue Technologien und erhebliche Schwankungen des Wirtschaftswachstums in wichtigen Auslandsmärkten hatten die Manager schon im vergangenen Jahr als mittelfristige Gefahren identifiziert“, sagt Norbert Winkeljohann, der Vorstandssprecher von PWC Deutschland, zu den Ergebnissen. Daraus seien nun aktuelle Bedrohungen geworden; geopolitische Krisen und Hackerangriffe kämen hinzu: „Diese vielfältigen und ernstzunehmenden Risiken verunsichern die Firmenlenker zu Recht“, sagt Winkeljohann.

          Manager sind ängstlich in Bezug auf die Digitalisierung

          Besonders ängstlich sind deutsche Manager mit Blick auf das Zukunftsthema schlechthin: die Digitalisierung der Wirtschaft und die Vernetzung von Maschinen und Gütern unter dem Stichwort „Industrie 4.0“ im Internet der Dinge. Deutschland droht diese Zurückhaltung zu bremsen, denn Manager in anderen Ländern sind hier dynamischer unterwegs. Die Zahlen zeigen es eindeutig: Auf die Geschwindigkeit, mit der neue Technologien ganze Branchen und Märkte umwälzen, reagieren die Führungskräfte auf der ganzen Welt mit einer Neuausrichtung der Unternehmensstrategie.

          Bild: F.A.Z.

          81 Prozent sehen in mobilen Technologien das wichtigste Thema der nahen Zukunft, gefolgt von Datenerhebungen und -analysen (80 Prozent), Cybersicherheit (78 Prozent), sozialen Medien (61Prozent) und Cloudcomputing (60 Prozent). 88 Prozent der Befragten gaben an, damit die Effizienz des Unternehmens steigern zu wollen, genauere Analysen zu generieren (84 Prozent) und die Kundenbindung stärken zu können (77 Prozent). „Nach einer Zeit der Diskussion um die Vorteile digitaler Technologien ist das Bild nun deutlich klarer geworden. Immer mehr Unternehmen können den Mehrwert neuer Technologien in unterschiedlichen Anwendungsbereichen inzwischen konkret beziffern“, sagt Winkeljohann dazu.

          Das Problem ist: Die befragten deutschen Manager sind deutlich skeptischer, wenn es um den Einsatz neuer Technologien geht. Und die Zurückhaltung setzt sich fort. Nur 16 Prozent der befragten deutschen Manager – das ist der niedrigste Wert auf der Welt – erwarten, dass zum Beispiel 3D-Drucker oder Online-Instrumente für eine verbesserte Kundenbindung Veränderungen für das eigene Unternehmen bringen werden. Neue Technologien wollen nur 17 Prozent der befragten deutschen Manager (auf der ganzen Welt 56 Prozent) für riskante Geschäftsentscheidungen nutzen und nur 30 Prozent von ihnen für strategische Entscheidungen. Und während 75 Prozent aller Manager es als Aufgabe aller Mitarbeiter sehen, dass digitale Innovationen auch in die Praxis umgesetzt werden, stimmen dieser Aussage nur 48 Prozent der deutschen Befragten zu.

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