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Ultra-Luxusautos : Dreikampf im High-End-Segment

  • -Aktualisiert am

Luxus hat bald viele Namen Bild: rolls royce

Maybach wird Rolls-Royce und Bentley Konkurrenz machen. Der Wettbewerb mit den Super-Luxus-Schlitten wird hart.

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          Im Herbst 2002 sollen die ersten neuen Maybachs aus der Manufaktur in Sindelfingen rollen. Damit geht eine 62-jährige Pause für die Edelmarke vorbei. Für die Renaissance des Namens gibt es gute Gründe.

          Die Klientel der Fahrzeuge, die ab 650.000 Mark zu haben sein werden, ist mit einem perfekten Auto und luxuriöser Ausstattung nicht zufrieden zu stellen. Die Historie der Marke veredelt das Produkt entscheidend. Maybach war schon in den goldenen Zwanzigern der Inbegriff für Luxus.

          Tradition und Individualität

          Tradition ist der eine, Individualität der zweite Begriff, der im Verkauf der teuren Schlitten eine große Rolle spielt. Ein Maximum an beidem rechtfertigt die Verkaufspreise im oberen sechsstelligen oder gar siebenstelligen Bereich. Alles was der TÜV erlaubt wird auf Wunsch in die Fahrzeuge hineingebaut. Kaffeemaschine, Kühlschrank oder Massage-Sitz - alles ist machbar. Serienmäßig gibt es wenig - denn das ist verpönt.

          Bei Bentley kommt der Kunde in der Regel in das Werk, um mit seinen Kundenberatern das Auto zu „spezifizieren“. „Natürlich würden die Kundenberater auch zum Kunden kommen. Aber den meisten ist es lieber, wenn sie selbst in das Werk kommen“, sagt Georges Keller, Leiter der Öffentlichkeitsarbeit im Luxuswagensegment der VW-Gruppe. Er kennt das Geschäft seit Jahren. „Die Leute, die diese Autos kaufen, haben eigentlich schon alles, was man sich wünschen kann“, weiß Keller.

          Intensive Kundenbetreuung

          Um so wichtiger ist es, die Historie, die hinter den Autos steht, über die Marke zu transportieren. „Die Tradition muss gepflegt werden“, betont der Sprecher. Und beim Besuch im Werk will die Kundschaft davon möglichst etwas spüren. Ebenso wichtig ist die intensive Betreuung des Kunden - beim Verkauf, aber auch danach. Oft genug geht das bis hin zu persönlichen und privaten Beziehungen, weiß Keller.

          Dem Wettbewerb sehen alle Hersteller gelassen entgegen. Zwar wird es eng, wie alle glauben, aber die Konkurrenz ist eben doch eine andere als in der Kompaktklasse. „Das sind eher Kunden, die den Maybach zusätzlich zum Ferrari kaufen“, glaubt Daimler-Chrysler-Sprecher Florian Moser. In die interne Zahlenplanung lassen sich die Hersteller natürlich nicht schauen. Die Margen sind höher als in niederen Segmenten, so weit ist das kein Geheimnis. Genaue Zahlen gibt es nicht. Doch wenn es sich nicht rechnen würde, würden es die Konzerne wohl nicht machen, heißt unisono die Begründung.

          Weniger konjunkturanfälliger Absatz

          Einige Annehmlichkeiten im Geschäft mit dem Super-Luxus sind aber unverkennbar. Der Absatz ist weniger konjunkturanfällig als bei den Brot-und-Butter-Autos. Ein Milliardär verschiebt nicht unbedingt den Autokauf, weil der Gewinn um ein paar Millionen gefallen ist. Auch steigende Benzinpreise schockt die Kunden nicht, einige von ihnen haben eigene Ölquellen. Und ein Gebrauchtwagenmarkt kann auch keinen Druck auf das Geschäft ausüben, denn so ein Auto verkauft man nicht, heißt es in der Branche.

          Angriff auf einen wachsenden Markt

          Noch wichtiger aber: Der Markt wächst. Die Zahl der Millionäre und Milliardäre, die beim Autokauf nicht so genau aufs Geld schauen wollen, steigt. Und die Einstellung zum Luxus wandelt sich auch. Früher galt es als wenig sozialverträglich, den Reichtum zur Schau zu stellen. „Das hat sich geändert“, glaubt Daimler-Sprecher Moser. Die eigenen Kapazitäten für den Maybach wurden auf 1.500 Stück ausgelegt. Bentley will ebenso viele Modelle verkaufen, Rolls-Royce geht von 1.000 Autos im Jahr aus.

          Ein echter Autofan...

          Verkaufen will Daimler-Chrysler den Maybach zum größeren Teil in den USA. 60 Prozent der Produktion werden nach Amerika verschifft, glauben die Maybach-Planer. 40 Prozent sind für Westeuropa und Asien vorgesehen. Einen Unterschied in der Nachfrage haben die Daimler-Strategen schon wahrgenommen: Amerikanische Milliardäre fahren offenbar wieder selbst. Während in Amerika vorwiegend die kürzere 5,77-Meter lange Variante geordert werden wird, sind Asiaten und Europäer eher an der 6,30-Meter Version - der Chauffeurslimousine - interessiert. Ein echter Auto-Fan spart eben eher beim Personal, nicht beim Auto.

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