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Langjähriger KfW-Chef : Ulrich Schröder stirbt im Alter von 66 Jahren

Ulrich Schröder, langjähriger Chef der KfW. Bild: Frank Röth

Zehn Jahre führte Ulrich Schröder die Kreditanstalt für Wiederaufbau – und brachte Schwung und Veränderung in die Institution. Die Bank hatte er 2008 in einem schwierigen Zustand übernommen.

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          Als Ulrich Schröder von seiner schweren Erkrankung erfuhr, tat er das, was zu ihm passte: Er ging offen und ehrlich damit um und zeigte sich voller Zuversicht. Die Ärzte hätten bei ihm ein Lymphom gefunden, sähen aber gute Heilungschancen, schrieb er in einem Brief an die Mitarbeiter der KfW. Für eine Weile werde er kürzertreten müssen. Ende 2015 war das, der Verwaltungsrat um Finanzminister Schäuble hatte gerade seinen Vertrag als Vorstandschef der staatlichen Förderbank um fünf Jahre verlängert.

          Tim Kanning
          Redakteur in der Wirtschaft.

          In der Tat ließ sich Schröder durch die Therapie nicht lange von seinem Arbeitsplatz fernhalten. Noch vom Krankenbett aus versuchte er, die Geschäfte weiterzuführen. Mancher Mitarbeiter berichtete, dass er nun häufiger von ihm höre, als wenn er im Büro war. Schon ein halbes Jahr später war er wieder in der Öffentlichkeit. Zu früh, wie sich bald herausstellte. Von seiner zweiten Absenz sollte er nicht mehr zurückkehren. Ulrich Schröder ist am Sonntag im Alter von 66 Jahren gestorben.

          Zehn Jahre lang stand er an der Spitze der KfW und hat wohl mehr Schwung und Veränderung in die behördenähnliche Bankengruppe gebracht als all seine Vorgänger. „Wir wollen Bank sein“, war einer seiner Leitsätze – der nur auf den ersten Blick nach einer Selbstverständlichkeit klingt. Denn die frühere Kreditanstalt für Wiederaufbau folgte im Wortsinne ihrem eigenen Gesetz, das ihr große Freiräume bei der Risikobewertung und der Unterlegung ihres Geschäfts mit Kapital gewährte. Erst als die KfW vor einigen Jahren dem Kreditwesengesetz unterstellt wurde, was Schröder immer befördert hatte, hatte das zur Folge, dass sie der Bankenaufsicht der Bafin untersteht und sich regelmäßig deren Kontrollen stellen muss. Gegenüber allzu großspurigen Forderungen der Politik an ihre Bank hatte Schröder mit Verweis auf die neuen Regeln immer ein scharfes Schwert in der Hand.

          Schröder schaffte den Umschwung

          Das Geschäft wuchs dennoch von Jahr zu Jahr. Ob Förderkredite für das energieeffiziente Bauen oder für die Gründung eines Unternehmens, ob günstiges Geld für die Studienfinanzierung oder die finanzielle Zusammenarbeit mit Entwicklungsländern – über alle Sparten hinweg wurde die KfW zum gerngesehenen Geldgeber. Mit einer Bilanzsumme von rund 500 Milliarden Euro war sie zwischenzeitlich die zweitgrößte deutsche Bank nach der Deutschen Bank. Schröder betonte immer wieder, dass die Staatsbank eigentlich viel kleiner sein sollte.

          Als Schröder 2008 die Führung von der SPD-Politikerin Ingrid Matthäus-Maier übernahm, war dieser Aufstieg alles andere als vorgezeichnet. Der Zusammenbruch der IKB zu Beginn der Finanzkrise brachte der Miteigentümerin KfW Milliardenverluste. Die Überweisung von 320 Millionen Euro an die gerade insolvent gegangene Investmentbank Lehman Brothers brachte ihr den Namen „Deutschlands dümmste Bank“ ein. Keine leichte Hypothek, um einen neuen Posten anzutreten. Doch der Sohn eines Sparkassendirektors aus Melle bei Osnabrück schaffte den Umschwung.

          In Günther Bräunig ist zum Jahreswechsel ein Nachfolger an die Spitze der KfW gerückt, mit dem Schröder seine gesamte Amtszeit zusammengearbeitet hat. Bräunig hat nie einen Hehl daraus gemacht, dass er auf diesen Aufstieg unter diesen Umständen lieber verzichtet hätte. Schröder hinterlässt seine Frau und drei Kinder.

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