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Wiener Ökonom gibt Ausblick : Osteuropa profitiert, Ungarn wird womöglich isoliert

Der polnisch-russische Grenzübergang in Grzechotki-Mamonowo: Geflohene Fachkräfte können osteuropäischen Ländern zu Gute kommen. Bild: dpa

Ein neuer Eiserner Vorhang tue sich für Russland auf, sagt der Wiener Ökonom Michael Landesmann. Für andere Staaten beschleunige der Konflikt die Integration in Richtung Westeuropa.

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          Der Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine bringt beträchtliches Leid für die dortige Bevölkerung. Gleichzeitig führt das Machtstreben im Kreml auch zu Veränderungen im Gefüge Osteuropas. Für den Aggressor Russland tue sich ein neuer Eiserner Vorhang auf, sagt Michael Landesmann, Ökonom in dem auf die Region spezialisierten Wiener Institut für Internationale Wirtschaftsvergleiche (WIIW) im Gespräch mit der F.A.Z. Gleichzeitig beschleunige der Konflikt die Integrationsprozesse der bis zum Zusammenbruch des Kommunismus unter dem Joch der Sowjetunion stehenden Nationen.

          Michaela Seiser
          Wirtschaftskorrespondentin für Österreich und Ungarn mit Sitz in Wien.

          Es kristallisiere sich eine verstärkte Stellung Polens und des Baltikums heraus, wie Landesmann ausführt. „Polen wird eine wichtige Brückenfunktion in der Verschränkung der Ukraine mit Westeuropa ausfüllen“, sagt er. Dazu trage die starke Migration aus der Ukraine nach Polen bei. Aufgrund der Hilfe, die Polen der Ukraine gebe, stärke sich dessen Stellung in der EU. Wirtschaftlich profitiere Polen auch von dem im Zuge der Corona-Pandemie gestarteten Wiederaufbauprogramm der EU. Darüber hinaus werde die Verlagerung von Produktionen aus Asien nach Osteuropa der Region im Aufholprozess helfen – und eventuell nach einem Ende des Krieges in der Ukraine auch dieses Land einbeziehen.

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