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Ukraine-Krieg : Die nächste große Aufgabe

  • -Aktualisiert am

Freiwillige Helfer verteilen am Hauptbahnhof Essen an aus der Ukraine geflüchtete Menschen Bild: dpa

Die Chancen für Ukrainer, hierzulande Arbeit zu finden und sich zu integrieren, sind grundsätzlich gut. Deutschland muss sie dabei nach Kräften unterstützen – wenn sie denn bleiben.

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          Erst einmal geht es um humanitäre Hilfe: Die Menschen, die vor dem furchtbaren russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine in die Nachbarländer und nach Deutschland geflohen sind, brauchen Schutz und müssen mit dem Nötigsten versorgt werden – einer Unterkunft, Schlafsäcken, einer warmen Mahlzeit. Dass die EU ihnen schnell und unbürokratisch ein Aufenthaltsrecht gewährt, ist wichtig und gut.

          In einem zweiten Schritt wird sich die Frage stellen, wie viele Ukrainer nach Deutschland kommen – und ob sie langfristig bleiben wollen. 1,7 Millionen Menschen haben das Land bisher verlassen, die meisten von ihnen befinden sich derzeit in Polen. Ob sie dort bleiben oder weiterziehen, dürfte entscheidend davon abhängen, wie sich der Krieg entwickelt und ob sie eine Chance sehen, irgendwann in ihre Heimat zurückzukehren.

          Schnelle Arbeitserlaubnis

          Trotz dieser Unsicherheiten ist schon jetzt klar, dass Deutschland vor der nächsten großen Herausforderung steht. Mindestens 50.000 Ukrainer sind bislang eingereist, tatsächlich dürfte die Zahl noch deutlich größer sein und weiter steigen. Umso wichtiger ist, dass alle Beteiligten – Kommunen, Jobcenter, Unternehmen, die Bundesregierung – schon jetzt die Weichen dafür stellen, diese Menschen zu integrieren.

          Das schnelle Aufenthaltsrecht und die damit verbundenen Ansprüche können dabei helfen. Anders als es bei dem großen Zustrom in den Jahren 2015 und 2016 der Fall war, können geflüchtete Ukrainer nun sofort eine Arbeitserlaubnis erhalten. Da bislang vor allem Frauen und Kinder eingereist sind, die gerade andere Sorgen haben, wird diese Möglichkeit kaum sofort in großem Umfang genutzt werden. Dennoch ist sie richtig und dürfte sich noch bewähren.

          Ebenso unkompliziert muss geflüchteten Ukrainern der Zugang zu Sprachkursen ermöglicht werden. Deutsche Sprachkenntnisse sind der Schlüssel zur (Arbeitsmarkt-)Integration, das hat die Vergangenheit klar gezeigt. Es braucht eine schnelle Anerkennung der ukrainischen Abschlüsse und ausreichende Betreuungsangebote für die Kinder. Die Chancen für Ukrainer, hierzulande Arbeit zu finden und sich zu integrieren, sind grundsätzlich gut. Deutschland muss sie dabei nach Kräften unterstützen – wenn sie denn bleiben.

          Britta Beeger
          Redakteurin in der Wirtschaft und zuständig für „Die Lounge“.

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