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Kabinengewerkschaft Ufo : Flugbegleiter wollen Germanwings drei Tage lang bestreiken

  • Aktualisiert am

Werden bestreikt: Flugzeuge der Germanwings Bild: EPA

Die Kabinengewerkschaft Ufo hat die Flugbegleiter der Lufthansa-Tochter Germanwings für den kommenden Montag zu einem dreitägigen Streik aufgerufen. Die Lufthansa ist zunächst von Streiks ausgenommen.

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          Die Flugbegleitergewerkschaft Ufo hat über Silvester zu dreitägigen Streiks bei der Lufthansa-Tochter Germanwings aufgerufen. Gestreikt werden soll von Montag (30. Dezember) 00.00 Uhr bis Mittwoch (1. Januar) 24.00 Uhr, wie der stellvertretende Vorsitzende Daniel Flohr am Freitag in Frankfurt mitteilte. Zunächst beziehe sich der Streikaufruf nur auf Germanwings. Weitere Streiks sollten erst nach dem 2. Januar verkündet werden, „sofern der Lufthansa-Konzern nicht weiter eskalierend tätig wird“, sagte Flohr.

          Die Tochter Germanwings ist noch mit etwa 30 Flugzeugen für die Marke Eurowings unterwegs, soll aber perspektivisch auf den Eurowings-Flugbetrieb verschmolzen werden. Das Management gebe den Mitarbeitern keine klare Perspektive für die Zukunft ihres Flugbetriebs, erklärte Flohr. Diese Perspektivlosigkeit zeige sich auch in den Tarifthemen am Verhandlungstisch. Konkret geht es neben einer Lohnsteigerung um 2 Prozent, höheren Spesen und Zulagen um eine bessere Regelung für die Festanstellung von Saisonkräften im Flugbetrieb.

          Verhandlungen zu den Ufo-Forderungen, die schon im November 2016 und im Oktober zu Streiks führten, seien ergebnislos gescheitert. Die ehemaligen Spitzenpolitiker Matthias Platzeck und Frank-Jürgen Weise hatten sich in mehreren Sitzungen während der Feiertage bemüht, die Streithähne an einen Tisch zu bringen – ohne Erfolg.

          Flohr sagte weiter, man habe sich bewusst dazu entschieden, die Streiks früh anzukündigen, damit die Passagiere die Möglichkeit hätten, auf andere Airlines umzubuchen, oder sich eine alternative Reisemöglichkeit zu suchen.

          Streiks aus Sicht der Lufthansa keine Lösung

          Ein Lufthansa-Sprecher hatte am Donnerstag erklärt: „Wir als Lufthansa schauen konstruktiv nach vorne.“ Er fügte hinzu: „Wir sind weiter an einer großen Schlichtung interessiert. Streiks sind aus unserer Sicht keine Lösung.“ Die Lufthansa schaue nun auf die vorgeschlagenen Schlichtungstermine im Januar, ergänzte der Sprecher.

          In dem Konflikt hat es bereits einen Warnstreik bei vier Lufthansa-Töchtern sowie einen zweitägigen Streik bei der Kerngesellschaft Lufthansa gegeben. Hier waren im November rund 1500 Flüge mit rund 200.000 betroffenen Passagieren ausgefallen.

          Beide Seiten betonen immer wieder, eine möglichst umfassende Einigung mit einer Vielzahl tariflicher Themen anzustreben. Auf Grundzüge hatte man sich bereits im November bilateral geeinigt, war dann aber im gegenseitigen Misstrauen doch nicht zueinander gekommen. In der Zwischenzeit wurde Lufthansas Personalchefin Bettina Volkens abberufen, die für einen moderateren Kurs mit der Ufo stand. Die Gewerkschaft verlangt unter anderem eine Rücknahme von Kündigungen und Klagen gegen frühere und aktuelle Vorstandsmitglieder sowie eine Aufarbeitung des heftigen Konflikts der vergangenen Monate.

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