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Noch über der Champions League : Eine neue Superliga für die Fußballstars

Fußballstar Lionel Messi: Der FC Barcelona will spätestens 2021 als erster Fußballverein der Welt die Umsatzgrenze von einer Milliarde Euro knacken. Bild: AFP

Eine Premiumklasse über der Champions League: Hinter den Kulissen wird nach Informationen der F.A.Z. an einer fundamentalen Neuordnung der Geldmaschine Fußball gearbeitet – das neue Zauberwort heißt Superliga.

          Ein neues Zuhause für seinen Superstar Lionel Messi – gerade hat der FC Barcelona die Pläne zum Facelifting des Camp-Nou-Stadions offengelegt. Mehr als eine halbe Milliarde Euro will der Weltklub investieren, damit in wenigen Jahren aus der legendären Arena der modernste Konsumtempel des Fußballs wird. Rund 105.000 Zuschauer hätten dann im überdachten, mit Unterhaltungsangeboten vollgepackten Kicker-Colosseum Platz.

          Michael Ashelm

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Die Aufrüstung gehört zur Wachstumsstrategie des FC Barcelona. Präsident Josep Maria Bartomeu hat angekündigt, spätestens 2021 als erster Fußballverein der Welt die Umsatzgrenze von einer Milliarde Euro knacken zu wollen. Derzeit liegt Barça knapp hinter Real Madrid bei etwas mehr als 560 Millionen – ohne die Umsätze im Transfergeschäft.

          Die Dynamik hat den internationalen Fußballmarkt und seine bedeutendsten Marken voll erfasst. Klubs wie der FC Barcelona, Real Madrid, Manchester United, Manchester City, Paris Saint-Germain oder Bayern München agieren wie globale Konsumgüterunternehmen – stets um Expansion und mehr Kunden bestrebt. Marktforschern zufolge erreicht der FC Bayern die Fans in China mit seinen Digitalaktivitäten derzeit am besten von allen Topklubs aus Europa.

          Bayern und Barça spielen an diesem Mittwoch mit guten Chancen um den Einzug ins Viertelfinale der Champions League und weitere Millionen. Real Madrid winkt angeblich ein Rekordvertrag mit Ausrüster Adidas, der über zehn Jahre 1,4 Milliarden Euro einspielen könnte. Die 20 umsatzstärksten Vereine Europas wuchsen zuletzt mit insgesamt 6,6 Milliarden Euro um 8 Prozent. Das ist das eine.

          Wohl kein Bruch mit Europa

          Hinter den Kulissen wird jedoch an einer fundamentalen Neuordnung gearbeitet, welche die Geldmaschine im Klubfußball noch schneller zum Drehen bringen soll. Das neue Zauberwort heißt Superliga. Die Diskussionen um einen Wettbewerb für die besten Klubs mit den größten Stars sind nach Informationen der F.A.Z. fortgeschritten.

          Wie es im Moment aussieht, wird es dabei allerdings nicht zu einer Abspaltung der bestimmenden Klubs vom europäischen Fußballverband (Uefa) kommen, um eine Art neue Weltliga aufzubauen. Unlängst hatten englische Medien von einem Treffen einiger Vereine aus der Premier League mit dem amerikanischen Milliardär Stephen Ross berichtet. Wie es hieß, sei hier über den Bruch mit Europa und ein eigenes Format gesprochen worden.

          Aus Uefa-Kreisen erfuhr die F.A.Z., dass es unter Beteiligung der Großvereine aus den maßgebenden Ligen und unter dem Dach des europäischen Verbandes vielmehr um eine Evolution der Klubwettbewerbe gehen soll. So sei vorgesehen, über der Europa League und Champions League eine weitere Premiumklasse aufzusetzen.

          Keine geschlossene Gesellschaft

          Geplant sei keine geschlossene Gesellschaft für die umsatzstärksten Vereine, auch kein Turnier, aber dennoch eine Luxusliga mit selektiverer sportlicher Qualifikation und dadurch höherer Attraktivität sowie gesteigertem Vermarktungspotential.

          Bei der Uefa, die nach der Sperre seines aus dem Verkehr gezogenen Präsidenten Michel Platini nach neuer Führung sucht, will niemand offen über die neueste Entwicklung reden. Schon im vergangenen Herbst hatte nach Erkenntnissen dieser Zeitung die neue Liga als Tagesordnungspunkt auf der Agenda einer Uefa-Exekutivsitzung gestanden. Dieser war dann aber wegen der Vorkommnisse um Platini verworfen worden.

          Karl-Heinz Rummenigge, Vorstandschef des FC Bayern und zugleich Vorsitzender der einflussreichen europäischen Klubvereinigung (ECA), wollte sich auf Anfrage ebenfalls nicht konkreter äußern. Er teilte aber mit: „Das Thema befindet sich bei Vereinen und der Uefa gerade in der Diskussionsphase.“

          Verwässerung soll verhindert werden

          Interne Berechnungen ergeben, dass im Vergleich zur Champions League über Werbepartner und TV-Rechte für die Klubs mindestens das Doppelte an Ausschüttungen möglich sein könnte. Derzeit zahlt die Eliteliga insgesamt 1,3 Milliarden Euro aus. Ein Sieger in der Champions League kann über eine Saison mit 60 bis 70 Millionen Euro rechnen.

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