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Übertragungsrechte : Telekom wird Hauptsponsor des Profifußballs

  • Aktualisiert am

Fußball wird magenta Bild: picture-alliance/ dpa

Die Deutsche Telekom wird die Fußball-Bundesliga nur über das Internet übertragen. Damit verzichtet sie auf die volle Ausübung ihrer Live-Rechte, wird aber Hauptsponsor des deutschen Profifußballs. Der Journalistenverband DJV befürchtet eine Dauerwerbesendung.

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          Die Deutsche Telekom und die Deutsche Fußball Liga (DFL) haben sich im Streit um die Übertragungsrechte an der Fußball-Bundesliga geeinigt. Leidtragender ist der Bezahlfernsehsender Premiere, der sich Hoffnungen auf eine deutlich erweiterte Kooperation mit der Telekom gemacht hatte.

          Die DFL erkenne zwar an, daß die Internet-Rechte der Telekom auch eine Übertragung über Kabel, Terrestrik und Satellit umfaßten, teilte die Telekom am Mittwoch mit. Der Konzern werde diese Rechte aber nicht ausüben und die Bundesliga lediglich über das neue Hochgeschwindigkeitsnetz verbreiten. Damit bleibt es auch lediglich bei der bisherigen Kooperation der Bonner mit Premiere, wonach der Münchener Sender über die schnellen Internetverbindungen der Telekom die Bundesliga auf den Fernsehschirm bringen kann. Damit kommen allerdings längst nicht alle Premiere-Kunden in den Genuß.

          Premiere-Aktie auf Talfahrt

          Die Aktie des Senders reagierte am Mittwoch abermals mit einem kräftigen Verlust von zeitweise mehr als sechs Prozent.

          Für ihren Verzicht auf weitere Übertragungswege, die die exklusiven TV-Rechte von Arena berührt hätten, einigte sich die Telekom mit der DFL auf geringere Lizenzgebühren, wie der Konzern weiter mitteilte. Zudem wird die Telekom ab der Saison 2006/2007 Premium-Partner der Bundesliga und darf ihr Logo etwa auf die Trikotärmel der 36 Liga-Klubs bringen.

          Zudem erreichte der Konzern für die beiden Spielzeiten 2007/2008 und 2008/2009 eine Option auf das Liga-Sponsoring mit der Möglichkeit zur Verlängerung. Damit rückt die „Telekom-Bundesliga“ in den Bereich des Möglichen. Auch die Mobilfunkrechte für die kommenden drei Spielzeiten gehen an die Bonner, wie der DFL-Präsident Werner Hackmann in München verkündete.

          Teil des Gesamtkompromisses ist auch eine Vereinbarung mit dem TV-Rechteinhaber Arena, der den langjährigen DFL-Partner Premiere bei der Rechtevergabe ausgestochen hatte. Arena werde auf die Weiterleitung von Signalen im neuen IP-TV-Standard an Dritte verzichten, teilte die DFL mit. Die Unity-Media-Tochter darf ihr Fernsehangebot parallel im Internet zeigen.

          Journalistenverband befürchtet Dauerwerbesendung

          Wiederholungen und Weiterverwertungen sind darin allerdings nicht enthalten. Wie der DFL-Präsident Hackmann verkündete, erhält der Sportrechtevermarkter Arena zudem den Zuschlag für die TV-Übertragung der Liga an öffentlichen Stätten, wie Kneipen und Bars, Hotels, Fitness-Studios und Vereinsheimen, die bislang ebenfalls Premiere inne hatte. Auch die Telekom hatte sich um die Sportsbar-Rechte beworben.

          Der mögliche Verkauf der Namensrechte der Fußball-Bundesliga an die Deutsche Telekom ist beim Deutschen Journalisten-Verband (DJV) auf harsche Kritik gestoßen. „Damit drohen Bundesliga-Übertragungen zu Dauerwerbesendungen zu verkommen“, sagte der DJV-Bundesvorsitzende Michael Konken am Mittwoch in Berlin.

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